In Niedersachsen und Bremen

Schwarzfahrerquote 2015 meist konstant

Hannover - "Die Fahrkarten bitte!" - Bei dieser Aufforderung zucken Schwarzfahrer zusammen. 2015 blieb die Zahl der Fahrgäste ohne Ticket in Niedersachsen und Bremen meist konstant. 

Die Zahl der Schwarzfahrer im Nordwesten ist 2015 im Vergleich zu den Vorjahren fast konstant geblieben. Nur in Hannover gingen den Kontrolleuren deutlich mehr Ticketsünder ins Netz. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Laut Marco Hörmeyer von den Stadtwerken Osnabrück liegt die Schwarzfahrerquote im Bundesdurchschnitt bei 3,5 Prozent. Osnabrück liege mit weniger als zwei Prozent weit darunter. "Fast in jeder Bahn ist ein Schwarzfahrer dabei", sagt Jens Christian Meyer von der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). Seit 2010 schwanke die Schwarzfahrerquote in der Hansestadt zwischen 2,3 und 2,7 Prozent. "Wir haben im Jahr rund 104 Millionen Fahrgäste und prüfen davon rund zwei Millionen."

Die Verkehr und Wasser GmbH (VWG) Oldenburg verzeichnet nach Angaben ihrer Sprecherin Mareike Juds seit Jahren eine unter einem Prozent liegende Schwarzfahrerquote. Juds führt das auf den "kontrollierten Vordereinstieg" zurück. Alle Fahrgäste müssen beim Einsteigen am Fahrer vorbei. Die Braunschweiger Verkehrsbetriebe befördern rund 39 Millionen Fahrgäste im Jahr, 2015 wurden 1,56 Prozent ohne gültige Fahrkarte erwischt.

Einen deutlichen Anstieg ertappter Schwarzfahrer vermelden lediglich die Hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra. Bei Kontrollen seien 2015 73 474 Menschen ohne gültigen Fahrausweis angetroffen worden, 2014 waren es noch 63 870. Die Quote liegt damit laut Unternehmenssprecher Udo Iwannek erstmals seit fünf Jahren über zwei Prozent. Die Üstra habe 2015 3,43 Millionen Fahrgäste überprüft, im Vorjahr seien es 3,24 Millionen gewesen. Die Hannoveraner setzen neben ihren betriebseigenen Kontrolleuren auch Prüfer der Firma Protec ein, die "erfolgsabhängig vergütet" werden.

Den typischen Fahrgast ohne Ticket gebe es nicht, stellt Meyer für die Bremer Straßenbahn AG klar. "Schwarzfahrer sind ein absoluter Querschnitt der Gesellschaft, von reich bis arm." Das bestätigt auch sein Braunschweiger Kollege Christopher Graffam. "Es gibt keine Spezifizierung, das geht quer durch die Gesellschaft."

Kontrolleure brauchen Fingerspitzengefühl. "Der Job ist nicht ganz ungefährlich. Es gibt Leute, die aggressiv reagieren", sagt Meyer. "Unsere Kontrolleure sind auf Deeskalation geschult", ergänzt Graffam. "Es kommt schon mal zu leichten Übergriffen und leichten Verletzungen. Beleidigungen sind leider an der Tagesordnung."

Was umgangssprachlich Schwarzfahren heißt, ist juristisch der Tatbestand der Beförderungserschleichung. Er wird mit einem "erhöhten Beförderungsentgelt" geahndet. Das wurde im Sommer 2015 von 40 auf 60 Euro angehoben. "Es gibt auch Leute, die permanent Schwarzfahren und vor den Kadi müssen", sagt Meyer.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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