Erträge für viele Bauern enttäuschend

Schwierige Wetterbedingungen vermiesen den Landwirten die Ernte 

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Ein Mähdrescher fährt am über ein Weizenfeld.

Hannover - Das Wetter hat den Landwirten mancherorts die Saison verhagelt. Mal war es zu kalt, mal zu nass oder zu trocken - nicht gerade ideal für Getreide, Obst und Gemüse. Auch wenn die Erntezeit noch andauert - die Erträge schrumpfen.

Zu viel Regen, kühle Temperaturen und wenig Sonnenschein: Die Ernte der deutschen Landwirte fällt in diesem Jahr schlechter aus. Auch in Niedersachsen werde entgegen der Erwartungen die Getreideernte fünf bis zehn Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegen, sagte Werner Bosse, Getreidereferent beim Landvolk Niedersachsen. "Jetzt ist eine Durchschnittsernte daraus geworden." Bundesweit zeichnet sich bei Getreide ein Minus von elf Prozent auf 43,5 Millionen Tonnen ab, wie der Bauernverband am Freitag in Berlin mitteilte. Bei Raps liegt die Menge mit 4,5 Millionen Tonnen wohl ebenfalls um elf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Zahlen sind geschätzt, weil die Ernte noch läuft.

Die Qualität des niedersächsischen Getreides ist nach Angaben von Bosse zwar kräftig unter dem guten Vorjahresergebnis, insgesamt aber noch knapp ausreichend und marktfähig. "Niedersachsen kommt noch mit einem blauen Auge davon." Die Auswirkungen der schwierigen Witterungsbedingungen seien regional auch sehr unterschiedlich, sagte der Sprecher der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer, Walter Hollweg. Es gebe einige Regionen in Niedersachsen mit Einbußen beim Getreide zwischen 10 und 15 Prozent.

Insgesamt seien die Erträge jedoch "relativ enttäuschend". Auch die Preise für Getreide seien nicht gerade erfreulich, sagte Hollweg. Hinzu komme, dass feucht geerntetes Getreide getrocknet werden muss. Die Kosten dafür belasteten zusätzlich den Ertrag. Aus Sicht des Bauernverbandes spitzt sich die wirtschaftliche Lage vieler Höfe zu. Hintergrund sind auch niedrige Weltmarktpreise, die Landwirte für Getreide erzielen können.

Noch ist die Ernte nicht abgeschlossen. Beim Winterweizen seien etwa 85 Prozent geerntet, sagte Bosse. "Wenn wir noch drei bis fünf Tage trockenes, sonniges Wetter haben, ist alles drin." Das meiste in Niedersachsen geerntete Getreide geht nach seinen Angaben in Futtermittel und in den Export. Eine endgültige Erntebilanz will die Landwirtschaftskammer im Oktober vorlegen.

dpa

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