Salzgitter mit verhaltener Prognose für 2016

Ein Stahlwerker der Salzgitter AG schaufelt auf dem Gelände des Stahlwerks nach dem Anstich eines Hochofens. J Foto: dpa

Salzgitter J Zuletzt sah es wieder besser aus für den Stahlkocher Salzgitter. Doch die Krise auf dem Markt verschärft sich erneut - und setzt auch den Niedersachsen zu. Der Ausblick auf das laufende Jahr ist defensiv.

Bei Deutschlands zweitgrößtem Stahlhersteller Salzgitter löst die Branchenkrise weiter Alarm aus. Angesichts des Preisverfalls, der Billigimporte aus China und kaum ausgelasteter Fabriken traut sich der MDax-Konzern im laufenden Jahr vor Steuern nur „in etwa“ eine schwarze Null zu. Diese am Freitag vorgelegte Prognose steht zudem noch unter dem Vorbehalt möglicher Kosten für weitere Sparbemühungen. Damit sind rote Zahlen im Konzern auch im Jahr 2016 wahrscheinlich. „Wir werden daher in unseren Anstrengungen, den Salzgitter-Konzern weiter zu optimieren, nicht nachlassen“, kündigte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann an.

Salzgitter hatte 2013 angekündigt, mindestens 1500 Stellen zu streichen - damals rund jeder 16. Job im Konzern. Besonders hart traf es die Verlustbringer-Tochter Peiner Träger, die Langstahl herstellt.

Dank des Sparprogramms hatte Salzgitter wieder Auftrieb gewonnen. Doch zuletzt bereiteten besonders die Kampfpreise der chinesischen Konkurrenz Sorgen. Vor kurzem hatte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vor der Gefahr eines Zusammenbruchs im europäischen Stahlsektor gewarnt. Größen wie Weltmarktführer ArcelorMittal und der deutsche Primus ThyssenKrupp kämpfen mit dem schwierigen Umfeld.

ThyssenKrupp meldete vor wenigen Tagen wegen des rasanten Verfalls der Stahlpreise wieder rote Zahlen. NordLB-Analyst Holger Fechner sieht die Branche weiter überwiegend vor negativen Vorzeichen. Neben politischen Faktoren wie denen hoher Energiepreise paare sich aufgrund der Überkapazitäten das Preisdruckproblem mit „dem hohen Importdruck insbesondere aus China“.

2015 erhöhte sich bei Salzgitter der Verlust unter dem Strich mit 45,5 Millionen Euro merklich; der Fehlbetrag wuchs um 43 Prozent. Der wesentliche Grund für den negativen Sprung ist ein Urteil des Bundesfinanzhofs zur steuerlichen Behandlung von Dividendenerträgen. Die Entscheidung sorgte für 26,5 Millionen Euro Sonderaufwand.

Auf der Habenseite ist zu vermerken, dass sich Salzgitter erstmals seit 2011 zumindest im Ergebnis vor Steuern (EBT) wieder in die schwarzen Zahlen kämpfte: Es gab 12,6 Millionen Euro plus (2014: minus 15,2 Mio Euro). Dazu trug das harte Sparprogramm bei.

Die Salzgitter-Aktie reagiert in einem günstigen Börsenumfeld positiv auf die vorgelegten Eckdaten. Die Konzern-Bilanz folgt am 18. März.

J dpa

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