Katz-und-Maus-Spiel

Rockerszene trotz Fahndungsdrucks in Niedersachsen aktiv

Hannover - Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel: Rockerclubs lösen sich kurzerhand auf, um einem Verbot zuvorzukommen. Dann gründen sie sich bald wieder neu. So bleibt die Szene trotz allen Drucks der Polizei in Niedersachsen aktiv.

Trotz des Fahndungsdrucks der Polizei ist die Rockerszene in Niedersachsen weiterhin in allen Landesteilen aktiv. Um befürchteten Vereinsverboten zuvorzukommen, lösten Ortsclubs sich auf und gründeten bald darauf eine neue Ortsgruppe, wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht. 

Nach Erkenntnis des Landeskriminalamtes waren Ende 2015 insgesamt 765 Mitglieder in 76 Rockerclubs organisiert, ein Jahr zuvor waren es 820 Rocker in 72 Clubs. Der Trend zu einer hohen Fluktuation innerhalb der Rockerszene setzte sich fort. Dies betreffe auch die Aufnahme und das Ausscheiden von Mitgliedern.

Fünf Outlaw Motorcycle Gangs, wie die Rockergruppen auch von den Fahndern bezeichnet werden, sind derzeit in Niedersachsen aktiv: Die Bandidos mit einschließlich ihrer Unterstützer 76 Mitgliedern (2014: 86), die Hells Angels mit 431 (444) Mitgliedern,Gremium MC mit 147 (198) Mitgliedern, der Outlaws MC mit 17 (19) Mitgliedern sowie No Surrender MC mit 17 (11) Mitgliedern.

Die letzte Auflösung eines Ortsclubs gab es bei den Bandidos in Oldenburg am 1. Oktober. Bei den Hells Angels gab es laut LKA in mehreren Regionen die Neugründung, Auflösung und erneute Gründung von Ortsgruppen. Die Strategie dahinter sei, einen Zugriff auf das Vermögen des Clubs zu verhindern, was bei einem Vereinsverbot erfolgen kann. Nach der Auflösung der mächtigen Hells Angels Gruppe in Hannover im Juni 2012 kam es im Oktober 2013 zu einer Neugründung, einer Selbstauflösung im Oktober 2014 und dann im Januar 2016 wieder zu einer Neugründung.

Dass die Rocker in letzter Zeit vermehrt wieder in der Öffentlichkeit mit ihren Kutten, den mit Ortsbezeichnungen ihrer Chapter versehenen Lederjacken, zu sehen sind, hat mit einem Urteil des Bundesgerichtshofs zu tun. Dieses hatte im vergangenen Jahr ein pauschales Kuttenverbot für rechtswidrig erklärt. Nur wenn ein Club verboten ist, darf auch die Kutte nicht getragen werden.

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