Verstoß gegen Richtlinien

Kirchenkreis verspekuliert 700.000 Euro

Göttingen - Riskante Wertpapiergeschäfte haben den evangelischen Kirchenkreis Göttingen rund 700 000 Euro gekostet. Das habe eine Untersuchung des zuständigen Rechnungsprüfungsamtes ergeben, sagte der Sprecher der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Johannes Neukirch, am Mittwoch.

Das "Göttinger Tageblatt" hatte berichtet, dass die fraglichen Risikopapiere bereits in den Jahren 2007 und 2008 gekauft wurden. Nach Ermittlungen der Landeskirche haben zwei damals verantwortliche Mitarbeiter bei den Wertpapiergeschäften gegen die Anlagerichtlinien verstoßen.

Die Risikopapiere seien im Zusammenhang mit der Verwaltung des Rücklagen- und Darlehensfonds des Kirchenkreises gekauft worden, sagte Neukirch. Dabei hätten die beiden Verantwortlichen den zulässigen Anteil von maximal acht Prozent risikoreicher Anlagen überschritten, so dass es zu dem hohen Verlust gekommen sei. Der Fonds sei "eine Art Sparbuch" von kirchlichen Einrichtungen wie Kindergärten oder Gemeinden, in dem sie ihre Rücklagen verwalten lassen, sagte Neukirch.

Weil die Vorgänge verjährt seien, könnten die beiden Verantwortlichen heute nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden, sagte der Sprecher. Einer der beiden arbeite mittlerweile nicht mehr beim Kirchenkreis, der andere habe heute eine andere Funktion.

dpa

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