29-Jähriger muss wegen Rachemordes lebenslang in Haft

Göttingen - Rache ist nach Überzeugung der Richter das Motiv für den Mord an einem jungen Mann bei Göttingen gewesen. Nun ist ein 29-Jähriger wegen der Tat zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach dem Mord schaute er sich erstmal ein Video von Gangster-Rapper 50 Cent an.

Ein 29-jähriger Mann aus dem Kreis Göttingen muss wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen lebenslang in Haft. Das hat das Landgericht Göttingen am Freitag entschieden. In ihrem Urteil stellte die Kammer auch die besondere Schwere der Schuld fest, so dass der 29-Jährige kaum Chancen hat, vorzeitig auf Bewährung entlassen zu werden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Angeklagte den 28 Jahre alten Bruder seiner damaligen Freundin im Februar 2015 in der Feldmark bei Reiffenhausen im Kreis Göttingen umbrachte.

Der 29-Jährige habe das Opfer mit einer fingierten Flirt-SMS in einen Hinterhalt gelockt und dann erschossen. Der wehrlose Mann wurde von sechs bis sieben Schüssen aus einer Pistole getroffen. Mit dem letzten Schuss habe der Angeklagte Sicherheit schaffen wollen, dass sein Opfer „mausetot“ gewesen sei, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther. Nach dem Mord habe der 29-Jährige sein Handeln gefeiert, indem er sich auf seinem Smartphone ein Video des US-Gangster-Rappers 50 Cent ansah, sagte der Richter - in dem Song kommen Textzeilen wie „Du kriegst dein Gehirn weggeblasen“ und „Willkommen in der Hölle“ vor. Der Angeklagte habe sich mit dem Mord am Bruder seiner damaligen Freundin dafür rächen wollen, dass dieser ihn wegen mehrerer Diebstähle bei der Polizei angezeigt hatte, sagte der Richter. Die Kammer folgte mit ihrem Urteil weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Die Verteidigung hatte dagegen einen Freispruch verlangt, weil das Verbrechen dem Angeklagten nicht zu beweisen sei. Der Anwalt kündigte noch im Gerichtssaal Revision an. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe im Prozess stets zurückgewiesen. Für die Richter dagegen sei es aufgrund zahlreicher Indizien zweifelsfrei gewesen, dass der 29-Jährige der Täter ist, sagte Richter Günther. Belastend seien unter anderem seine Kommunikation mit verschiedenen Personen per SMS oder Facebook, Schmauchspuren und ein genetischer Fingerabdruck auf einem fingierten Flirt-Brief, mit dem der Angeklagte das Opfer einige Tage vor dem späteren Mord zum ersten Mal in einen Hinterhalt locken wollte. Ein vom Angeklagten ins Spiel gebrachter angeblicher Täter sei dagegen eine reine Erfindung, sagte der Richter. dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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