Historisches Vorbild sind US-amerikanische Postunternehmen aus dem 19. Jahrhundert / Seit 1988 in Deutschland

Pony Express verbreitet Wild-West-Romantik

Cowboy-Atmosphäre in Ellenstedt: Björn-Olaf Sass-van Hoorn, Sandra van Hoorn und Sybille Linke wollen die 14 Kilometer in etwa einer Stunde und dreißig Minuten bewältigen. - Fotos: Siemer

Ellenstedt - Von Pia Siemer. Auf 44 Etappen bringen Reiter Post von der tschechischen bis zur niederländischen Grenze. Zwei Etappen führen sie auf ihrer Mission durch den Vechtaer Nordkreis.

Die Hitze flimmert am Freitagnachmittag über den Stoppelfeldern, Pferde und Reiter warten ungeduldig im Schatten. Jeden Moment müssten die Übergabe der Satteltasche mit der Post darin stattfinden. Acht Stunden Zeit haben die Reiter vor ihnen bereits auf der Strecke verloren. Dadurch muss das Team von Sandra van Hoorn jetzt in der Nachmittagshitze reiten, anstatt – wie eigentlich geplant – am frühen Morgen. Manager Martin Bonfleth stopft seine Pfeife und kontrolliert noch einmal schnell sein Handy.

„Die Verspätung haben wir, weil man die Pferde nur schwer einschätzen kann“, sagt Bonfleth. Einen Großteil der 2600 Kilometer langen Strecke haben die Reiter bereits zurückgelegt. Von Sebnitz an der tschechischen Grenze bis nach Ter Apel an der niederländischen Grenze sollte der Staffelritt vier Tage in Anspruch nehmen. Jetzt dauert die Tour einen Tag länger.

Für Bornfleth und sein Team ist der Aufwand enorm, sie finanzieren alles aus eigener Tasche. Sie sind Mitglieder der Plains Riders, eines Vereins aus Berlin für Westernfans. Bereits zu DDR-Zeiten haben sie auf einer viel kürzeren Strecke Post per Pferd transportiert. Nach der Grenzöffnung wurde der sogenannte German Trail dann immer länger.

„Lasst uns schon mal ein bisschen Schritt reiten, ein Kaltstart tut den Pferden nicht gut“, sagt Sandra van Hoorn zu ihren beiden Mitreitern.

Alle Reiter, die an dieser Etappe teilnehmen sind erfahren. Van Hoorn und ihr Mann reiten bereits zum elften Mal mit, Sybille Linke ist das zweite Mal dabei.

Die Post, die sie übermitteln, wird von den Teilnehmern selbst geschrieben und bekommt dann den besonderen Pony Express-Stempel. „Mein Tochter hat zwei Karten geschrieben. Eine an sich selbst, wegen dem Sammlerwert und eine an ihre beste Freundin“, erzählt Sybille Linke. In Holland angekommen, wird die Post allerdings holländischen Postbeamten übergeben und auf dem normalen Postweg an ihre Empfänger geschickt.

Zwei sogenannte Funker begleiten die Reiter auf jeder Etappe mit dem Auto und gehen sicher, dass es Pferden und Reitern gut geht. Bei dieser Hitze dürfen die Tiere nicht zu schnell angetrieben werden.

Früher haben Sandra van Hoorn und ihr Team die Strecke zwischen Ellenstedt und Hagstedt auch schon in unter einer Stunde geschafft. „Heute wird es etwas gemächlicher ablaufen müssen. Zeit für Pausen haben wir aber nicht“, sagt van Hoorn.

Auf einmal geht dann alles sehr schnell, die Übergabe geschieht in Windeseile. Das Team der vorherigen Etappe übergibt die Satteltasche und Sandra van Hoorn und ihre Mitstreiter galoppieren los.

Martin Bonfleth bleibt nur noch, den ankommenden Reitern eine Flasche Wasser und eine Urkunde in die Hand zu drücken und sie feierlich von ihrem Schwur zu entlassen. Danach setzt er sich ins Auto, um in Hagstedt dasselbe zu tun.

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