Polizei stellt deutlich mehr Pflanzen sicher

Illegaler Anbau von Cannabis boomt

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Eine Polizistin der Spurensicherung steht in Lüneburg (Niedersachsen) in einer Cannabis-Plantage. Die Polizei stellt in Niedersachsen immer mehr Cannabis sicher.

Hannover - Acht Ernten im Jahr, 45 Gramm je Blüte, zehn Euro pro Gramm - Der illegale Anbau von Cannabis boomt in Niedersachsen, denn er ist ein lukratives Geschäft. Doch die Ermittlungsbehörden funken erfolgreich dazwischen.

Die Polizei stellt in Niedersachsen immer mehr Cannabis sicher. Bis zum 15. Dezember 2015 entdeckten die Ermittler landesweit insgesamt etwa 19 600 illegal angebaute Pflanzen. Dies sind nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover knapp 20 Prozent mehr als 2014, als gut 16 400 Pflanzen sichergestellt wurden. 2013 waren es noch rund 12 000 Exemplare gewesen.

Ursache für den Anstieg sei, dass im vergangenen Jahr in Lüneburg, in Leer und im Hamburger Umland drei sogenannte Profi-Plantagen mit zusammen knapp 9800 Pflanzen ausgehoben wurden, sagte LKA-Sprecher Frank Federau. 2014 war nur eine Plantage in vergleichbarer Größenordnung entdeckt worden. Diese Profi-Plantagen bestehen aus mindestens 1000 Pflanzen.

Die Zahl der sogenannten Großplantagen mit mehr als 100 Pflanzen ging dagegen innerhalb eines Jahres von 37 auf 27 zurück. Allerdings kam schon kurz nach dem Stichtag 15. Dezember eine weitere Großplantage hinzu. In Groß Hegesdorf (Landkreis Schaumburg) wurden 250 Cannabispflanzen auf dem Dachboden einer Scheune entdeckt. Bei dem 51-jährigen Besitzer fanden die Beamten zudem "das gesamte erforderliche Equipment zum professionellen Betreiben einer Indoorplantage", wie Polizeisprecherin Gabriela Mielke sagte.

Cannabis ist nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes weiterhin die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Niedersachsen. "Durch den Verkauf von Cannabisprodukten lassen sich hohe Gewinne erzielen", sagte Sprecher Federau. Insofern sei es nicht verwunderlich, dass immer wieder neue illegale Plantagen eingerichtet werden, obwohl den Drogenermittlern regelmäßig Schläge gegen die Betreiber gelingen. Das Zubehör für den professionellen Cannabis-Anbau könne man bequem über das Internet beziehen, sagte der Sprecher.

Die illegale Herstellung von Cannabis-Produkten gilt angesichts des Straßenverkaufspreises von etwa zehn Euro für ein Gramm Marihuana nach wie vor als lukrativ. Je Pflanzenblüte kann man Federau zufolge mit etwa 45 Gramm Ertrag rechnen. Bei idealen Bedingungen können die Pflanzen nach sechs bis acht Wochen abgeerntet werden, so dass bis zu acht Ernten im Jahr möglich sind. Hinzu kommt, dass die Betreiber von Groß- und Profiplantagen sich die Energie häufig illegal auf Kosten Dritter beschaffen, indem sie den Strom vor dem Zähler ableiten.

Auf Indoorplantagen stoßen die Beamten oft in leerstehenden größeren Häusern oder Scheunen. Mancher Produzent findet für seine illegalen Machenschaften aber auch Raum in der kleinsten Hütte. So entdeckten Drogenfahnder Anfang 2015 in Göttingen in einer Einzimmerwohnung eine Großplantage. Der 35-jährige Bewohner teilte sich das Appartement mit 134 kleinen und großen Cannabispflanzen.

Anders als die gewinnträchtigen Anlagen in geschlossenen Gebäuden seien illegale Cannabis-Anpflanzungen im Freien finanziell weniger attraktiv, sagte LKA-Sprecher Federau. Hier gibt es Probleme mit der Temperatur und Bewässerung. Außerdem kommt es häufig zu Parasiten- und Pilzbefall. 2015 seien wohl auch deshalb nur noch sechs Anbauflächen im Freiland entdeckt worden, im Vorjahr waren es noch elf.

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