"aniplus" ab Mitte Oktober online

Internetplattform gibt Landwirten Tipps für mehr Tiergesundheit

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Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne, rechts) lässt sich vom Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF) und ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister, Uwe Bartels, die Informationsplattform Aniplus zeigen.

Cloppenburg - Eine neue Plattform im Internet soll Landwirten schnelle Informationen zur Tiergesundheit geben und damit den Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft reduzieren. Das Projekt unter dem Titel "aniplus" soll Mitte Oktober online gehen.

"Wichtig ist: Die Landwirte brauchen schnelle, kompakte Informationen", sagte Projektleiterin Maria Gellermann am Dienstag in Cloppenburg.

Zu den Projektträgern gehören neben dem Land Niedersachsen auch das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF), einem Zusammenschluss von rund 90 Branchen-Unternehmen der Region. Um die Verabreichung von Antibiotika wirksam zu verringern, führe kein Weg an der Verbesserung der Tiergesundheit vorbei, sagte der AEF-Vorsitzende und frühere Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD). "Es gilt der Grundsatz: Gesunde Tiere brauchen keine Antibiotika."

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) begrüßte die Informationsplattform. Für Niedersachsen als Zentrum der Nutztierhaltung habe es eine große Bedeutung. Er verwies darauf, dass in den vergangenen anderthalb Jahren der Antibiotika-Einsatz in der Landwirtschaft deutlich verringert worden sei: So sei die Verabreichung der Medikamente bei Mastschweinen um 54 Prozent gesunken. "Wenn wir diese Zahlen in der Humanmedizin hätten, wären wir wahrscheinlich froh", sagte Meyer. "Ein großes Lob an die Landwirte."

Wegen der Verabreichung von Antibiotika in der Human- aber auch in der Tiermedizin steigt das Risiko, dass multiresistente Keime entstehen, also Krankheitsverursacher, gegen die die bestehenden Antibiotika nicht mehr wirken. Deshalb arbeiten laut Meyer in Niedersachsen das Landwirtschafts- und das Gesundheitsministerium zusammen, um in der Human- und der Tiermedizin den Einsatz der Medikamente auf ein Minimum zu beschränken. "Das kann man nicht voneinander trennen", sagte der Minister.

Bei der "aniplus"-Plattform können für Schweine, Rinder, Puten und Hühner Informationen über Krankheiten und geeignete Behandlungsformen abgerufen werden. Die von Experten geschriebenen Informationen sind vor ihrer Veröffentlichung auf der Plattform von einem wissenschaftlichen Beirat geprüft und genehmigt worden, sagte Gellermann. Es werden aber auch Informationen etwa zur Fütterung und Tierhaltung gegeben, so etwa Tipps, wie bei Ferkeln auf das Kürzen der Schwänze verzichtet werden kann.

Es werde einen allgemein zugänglichen Bereich der Webseite geben und einen Bereich, der nur bestimmten Nutzern mit einem Login zugänglich sei, sagte Gellermann. Zum Start des Projekts solle es auch ein Anschlussprojekt geben, wo die Frage der laufenden Finanzierung geklärt werde. Prinzipiell sollen die Informationen allen Landwirten und Beratern in Niedersachsen offen stehen.

dpa

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