Viele Zugführer krankgemeldet

Nordwestbahn meldet zahlreiche Ausfälle im Raum Bremen

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Die NWB-Nordwestbahn rechnet auch in den kommenden Tagen wegen des hohen Krankenstands unter Zugführern mit vereinzelten Zugausfällen.

Osnabrück/Bremen - Bei der Nordwestbahn (NWB) in und um Bremen läuft es weiterhin nicht immer rund. Wie schon in den vergangenen Wochen sind viele Zugführer krankgemeldet. Neue Mitarbeiter seien zudem nur schwer zu finden, heißt es. Genaue Details, welche Züge betroffen sein werden, gibt es in der Regel auf der Homepage des Unternehmens.

„Nach wie vor müssen Fahrgäste damit rechnen, dass einzelne Züge ausfallen“, sagte NWB-Sprecherin Stephanie Nölke. Betroffen ist ausschließlich das Netz der Regio-S-Bahn im Großraum Bremen. Unter anderem auf den Strecken nach Verden und Twistringen. Ursache ist ein ungewöhnlich hoher Krankenstand. Darüber hinaus aber haben Bahnunternehmen generell Schwierigkeiten, Lokführernachwuchs zu finden. „Strukturell ist der Markt für Lokführer in Deutschland leergefegt“, sagte der Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), Reiner Peters.

Zugführer-Beruf schreckt ab

„Einer der ganz wesentlichen Gründe: Schichtdienste schrecken ab“, erklärte Peters. Und selbst die, die sich für die Arbeit vorne auf der Lokomotive entschieden haben, springen mitunter ab. Da eine technische Vorausbildung Voraussetzung für die Ausbildung zum Lokführer ist, kehrt so mancher in seinen ursprünglichen Beruf in der Industrie zurück. „Auch wenn er da am Band stehen muss, hat er geregelte Arbeitszeiten“, sagte Peters. Außerdem müssen die Bahnunternehmen bei der Auswahl künftiger Lokführer wählerisch sein. „Sie können nicht jeden nehmen, sie brauchen Leute, die Verantwortung tragen“, sagte Peters.

„Bundesweit ist das Problem, dass sehr wenig Kollegen zu bekommen sind“, sagte NWB-Sprecherin Nölke. „Wir bilden selber Lokführer aus in speziellen Lehrgängen“, außerdem gebe es Werbekampagnen für den Beruf: „Es ist eine Herausforderung, Personal zu finden.“ Antreten müssen die Mitarbeiter von der Bahn sieben Tage in der Woche, fast rund um die Uhr. „Es gibt Schichten, die beginnen nachts um 2.30 Uhr, das muss man natürlich auch wollen als Arbeitnehmer.“ Bundesweit sind bei der Bundesagentur für Arbeit aktuell 469 freie Lokführer-Stellen registriert. Die durchschnittliche Vakanz von 205 Tagen zeigt, dass Kandidaten nicht Schlange stehen.

Deutsche Bahn findet meist genug Arbeitskräfte

Keine Probleme bei der Nachwuchssuche meldet zwar die Deutsche Bahn. Am Donnerstag starteten bundesweit 440 Auszubildende, sagte ein DB-Sprecher. Ein Grund wird sein, dass sich Lokführer nach ihrer Ausbildung auch für andere Tätigkeiten weiterqualifizieren können. „In den Ballungsräumen haben wir auch Schwierigkeiten, fertige Lokführer ausreichend zu finden“, räumte der Bahnsprecher ein. Ein hoher Krankenstand bei Lokführern zwang vor einigen Jahren bereits den Metronom, punktuell Züge aus dem Fahrplan zu nehmen. Im vergangenen Jahr war die Erixx-Bahn in Ostniedersachsen betroffen.

Bei der Nordwestbahn wird unterdessen mit Hochdruck an der Beseitigung eines Wartungsstaus bei Zügen gearbeitet, der in den kommenden Tagen zu Ausfällen im Raum Hameln/Hildesheim führen kann. Für die auf der Linie Bünde-Hildesheim-Bodenburg eingesetzten Dieseltriebwagen hatte die NWB Anfang August die Wartung vom Hersteller Alstom übernommen. Bis Mitte September soll hier alles wieder nach Fahrplan laufen.

kom/dpa

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