Nachbarländer in den Blick genommen

Niedersachsen will verstärkt ausländische Touristen werben

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Olaf Lies (SPD). Foto: Holger Hollemann/Archiv

Hannover - Welcome to Lower Saxony, Welkom in Nedersaksen: Künftig will das Land verstärkt ausländische Touristen aus den europäischen Nachbarländern locken. Nach einem Rekordjahr werden in dieser Saison wegen weltweiter Krisen aber auch mehr deutsche Urlauber erwartet.

Nach einem Plus bei ausländischen Touristen will Niedersachsen verstärkt in europäischen Nachbarländern um Urlauber werben. In den Blick genommen werden sollten nach einer Studie der Tourismusgesellschaft des Landes die Niederlande, Belgien, die Schweiz, Österreich, Dänemark und Polen, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch in Hannover.

Aber auch einheimische Touristen könnten vermehrt geworben werden, da mit den weltweiten Krisen Deutschland nach einer Untersuchung als Urlaubsland wieder beliebter werde. "Das ist eine Chance für das Reiseland Niedersachsen", meinte Lies in einer Zwischenbilanz zur neuen Tourismusstrategie des Landes. Vor allem gehe es um eine Saisonverlängerung, um über den Sommer mit meist ausgebuchten Quartieren hinaus Gäste zu gewinnen.

Niedersachsen liegt als Tourismusland nach einem Rekordjahr mit 41,3 Millionen Übernachtungen weiter im Aufwärtstrend. Im ersten Quartal wurden 9,8 Prozent mehr Übernachtungen und 6,5 Prozent mehr Gäste registriert, wie die jüngste Statistik ergab. Von den Übernachtungen in Niedersachsen wurden knapp 3,7 Millionen von ausländischen Gästen gebucht. Dies ist ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die vor gut einem Jahr abgesteckte Tourismusstrategie des Landes zielt darauf ab, das Land auch als Ganzes zu vermarkten und nicht alleine die Vielzahl unterschiedlicher Regionen wie Harz, Heide oder Küste in den Vordergrund stellen. Schwerpunkte der Strategie sind die Themen Natur, Nachhaltigkeit, Kultur und Gesundheit.

"Wir können schon sagen, dass der Trend, in Niedersachsen Urlaub zu machen, steigend ist", sagte die Sprecherin vom TourismusMarketingNiedersachsen, Melanie Titz. Sicher liege dies nicht alleine an der unsicheren Lage in etlichen ausländischen Urlaubsregionen. Sehr nachgefragt sei weiterhin die Nordseeküste. "Gerade die Österreicher fahren in den letzten Monaten sehr gerne an die Küste", sagte Titz.

Bei der Verbesserung der Erreichbarkeit Niedersachsens für Touristen spiele neben dem Auto als Verkehrsmittel Nummer eins auch der Fernbus eine wichtige Rolle. "Wir haben in Niedersachsen eine Reihe von Destinationen, die wir sonst nicht so durchgängig erreichen würden." In ländlichen Regionen mit nur noch magerem öffentlichen Nahverkehr könnte eine Berücksichtigung der Bedürfnisse von Touristen dabei helfen, das Angebot zu verbessern.

Bei der Tagung von Tourismusvertretern in Hannover ermunterte Lies die Branche, sich um qualifiziertes Personal zu bemühen und verwies auf eine entsprechende Qualitätsinitiative des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga in Niedersachsen. Gut ausgebildetes Personal von vor Ort sei wichtig, um die Region auch gut vermarkten zu können.

Positiv fiel unterdessen auch die Saisonumfrage der Industrie- und Handelskammer in Niedersachsen im Gastgewerbe aus. 88 Prozent der Befragten gehen nach einer IHK-Mitteilung vom Mittwoch davon aus, dass das Sommerhalbjahr genauso gut oder besser wird, wie 2015. 89 Prozent der Befragten gaben dem Winterhalbjahr befriedigende oder gute Noten. Profitieren könne Niedersachsen auch von den Problemen in etlichen der beliebten Auslandsreisezielen. "Niedersachsen hat viel zu bieten und dürfte in der Kategorie "sicheres Urlaubsziel" ganz weit oben rangieren", sagte der IHK-Tourismus-Experte Martin Exner. "Deshalb hoffen unsere Gastgeber zu Recht auf eine tolle Saison."

Entspannt ist die Buchungslage an der Nordseeküste vor dem bevorstehenden langen Wochenende in den Bundesländern, in denen Fronleichnam ein staatlicher Feiertag ist. Wie die Tourismusgesellschaft Die Nordsee mitteilte, werden neben Gästen aus Nordrhein-Westfalen und Bayern auch Baden-Württemberger und Hessen erwartet. "Das wird ganz stark vom Wetter abhängen", sagte Katja Benke von der Tourismusgesellschaft. "Wir erwarten nicht so einen starken Ansturm wie zu Ostern oder Pfingsten."

Zahlen der TourismusMarketingNiedersachsen zum Niedersachsen-Tourismus

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