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Waldbesitzer beklagen zunehmenden Holzdiebstahl

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Holzdiebstahl nimmt zu © dpa

Uslar - Von Matthias Brunnert. Der Winter steht vor der Tür. Und Holz ist teuer. Das bringt manchen Bürger auf Abwege. Kein Tag, an dem nicht irgendwo in Niedersachsen Brennholz gestohlen wird.

Anhaltend hohe Holzpreise und der bevorstehende Winter locken Holzdiebe in die Wälder. Der „Brennholz-Klau“ hat nach Angaben des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen deutlich zugenommen. Fast jeden Tag werde irgendwo im Land Brennholz gestohlen, sagte Vorstandsmitglied Heinrich von Brockhausen der Nachrichtenagentur dpa. Gestohlen würden vor allem kleinere Mengen, die abholfertig am Wald liegen. „Es passiert oft, dass Kunden sich ihr Holz im Wald zurechtmachen. Und am nächsten Morgen ist es dann verschwunden.“

Ähnliches berichten auch die niedersächsischen Landesforsten. „Es kommt immer wieder vor, dass gerade an den Abfahrweg gerücktes Holz über Nacht gestohlen wird“, sagte Sprecher Stefan Fenner. Für die Diebe scheint es sich zu lohnen. „Denn die Preise bewegen sich auf hohem Niveau“, sagte von Brockhausen. Im Landesschnitt werden für einen Raummeter ofenfertiges Buchenholz im Schnitt fast 60 Euro verlangt. In Einzelfällen sind es sogar mehr als 90 Euro. Gestohlen wird in allen Landesteilen.

Die Polizei Uslar im Solling meldete kürzlich, aus einem Waldgebiet seien zehn Kubikmeter Buchenbrennholz verschwunden. Nahe Harsefeld bei Stade rückten Unbekannte mit der Kettensäge an und fällten Birken und Eichen. In Haselünne (Kreis Emsland) stahlen Diebe fertiges Brennholz direkt vom Grundstück des Eigentümers. Bei Rotenburg/Wümme wurde Brennholz gestohlen, das an einem Weg zwischengelagert war.

Um das Diebstahlrisiko zu senken, lassen viele Eigentümer geschlagenes Holz nicht mehr lange im Wald liegen, wie Frank Haufe von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sagte. „Je kürzer die Liegezeit ist, desto weniger Gelegenheit gibt es zu klauen.“ Viele Waldbesitzer seien auch dazu übergegangen, Brennholz nur noch in drei Meter langen Stücken anzubieten, sagte Waldbesitzer-Vorstand von Brockhausen. Der Grund: „Was auf einen Meter Länge geschnitten ist und am Weg liegt, wird gerne illegal aufgeladen und abgefahren.“

Langfinger haben es in Niedersachsens Wäldern nicht nur auf Brennholz abgesehen. Nach wie vor verschwinden ganze Ladungen Stammholz, wie es in der Bau- oder Möbelindustrie verwendet werden kann. „Vorwiegend werden Fichtenholzstämme oder -abschnitte gestohlen“, sagte Landesforsten-Sprecher Fenner. Alleine in Südniedersachsen habe es in jüngerer Vergangenheit bis zu 25 solcher Taten pro Jahr gegeben.

Die Tendenz sei allerdings rückläufig, sagte Fenner. Dies liege an den sogenannten Forst-Trackern. Die - von außen unsichtbar - in den Stämmen angebrachten Apparate ermöglichen eine GPS-Ortung des Holzes. In einem Fall konnten die Landesforsten auf diese Weise bereits einem mutmaßlichen Täter auf die Spur kommen.
dpa  

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