13-Jährige in Lüneburg bedroht

Polizei in Niedersachsen warnt vor Falschmeldungen über Grusel-Clowns

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Grusel-Clowns verunsichern in diesen Tage viele Leute.

Hannover - Sie lauern nachts hinter Büschen und sind bewaffnet: Kurz vor Halloween treiben immer mehr Horror-Clowns in Deutschland ihr Unwesen. Die Behörden in Niedersachsen beklagen aber auch Fake-Berichte über das Phänomen, die viele Menschen verunsichern.

Die Polizei warnt vor Falschmeldungen über angeblich aggressive Grusel-Clowns in sozialen Netzwerken. In den vergangenen Tagen seien vermehrt ausgedachte Texte, die wie Zeitungsberichte aussahen, im Internet verbreitet worden, teilte die Polizei in Hannover mit. Jedoch stimme weder deren Inhalt noch stammten diese Meldungen von der Polizei. 

„Wir raten dazu, sich entweder bei seriösen Anbietern zu informieren oder auf verifizierten Portalen zu vergewissern“, hieß es weiter. Unter anderem wurde am Sonntag die Falschmeldung verbreitet, ein Grusel-Clown habe einen Mann in Hannover getötet. 

Die Grusel-Clowns sind jetzt auch für die Politik ein Thema. Die Innenminister von Bayern und Nordrhein-Westfalen kündigten ein hartes Vorgehen gegen die Täter an. Allein in NRW gab es in den vergangenen Tagen rund 110 polizeibekannte Vorfälle mit Grusel-Clowns.

13-Jährige von Clown mit Messer bedroht

Wie häufig maskierte Clowns in Niedersachsen für Angst und Schrecken sorgten, ist nicht bekannt. Es sei schwierig, Zahlen zusammentragen, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Hannover. Nach Polizeiangaben wurde am Montagmorgen in Lüneburg eine 13-Jährige von einem Unbekannten mit einem Messer bedroht. Laut Beschreibung des Mädchens trug der Mann eine Perücke, eine Clown-Maske, rote Schuhe und einen bunten Anzug aus Stoff und hatte ein langes Messer dabei. Das Kind befand sich auf dem Weg zum Schulbus, als es von dem Unbekannten verfolgt und bedroht wurde. 

Die Polizei Lüneburg bittet darum, die Konfrontation mit Horror-Clowns zu vermeiden. Vielmehr solle man ihnen aus dem Weg gehen und den Notruf 110 wählen. Am Donnerstagabend war bereits ein Mann in Lüneburg von einem Clown verfolgt worden. Die Ermittler nehmen Hinweise auf böse Clowns ernst. Je nach Verhalten der Akteure können Straftatbestände wie zum Beispiel Bedrohung, Körperverletzung oder Nötigung erfüllt sein. 

„Wenn Bürgerinnen und Bürger derart in Angst und Schrecken versetzt werden, kann von einem Streich keine Rede mehr sein", sagte Polizeidirektor Johannes Lind, Leiter der Polizeiinspektion Leer/Emden, am Montag. „Wer sich diesem Unsinn anschließt, muss damit rechnen, dass er es mit der Polizei und einem Ermittlungsverfahren zu tun bekommt." 

Die Polizei in Ostfriesland rät, dem Phänomen so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu schenken, „denn was ist schon ein Clown ohne Publikum?“

dpa

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