Niedersachsen mobilisiert gegen höhere Unfallzahlen

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Ein Crash auf ölverschmierter Straße.

Hannover - Nach einem jahrelangen Rückgang gibt es wieder mehr Verkehrsunfälle in Niedersachsen. Gegen Ablenkung am Steuer gerade durch Smartphones plant die Verkehrswacht eine neue Kampagne. Aktionen gegen sogenannte Baumunfälle und für mehr Fahrkompetenz von Senioren zeigen Wirkung.

Angesichts wieder höherer Unfallzahlen will Niedersachsen für mehr Verkehrssicherheit mobilisieren. „Der Trend sind gestiegene Unfallzahlen“, sagte die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht, Cornelia Zieseniß. Gerade auf der Autobahn sei es nicht Unaufmerksamkeit, sondern Ablenkung, die für viele Unfälle verantwortlich sei. Nach der Kampagne „Tippen tötet“ gegen den Smartphone-Gebrauch am Steuer plane die Verkehrswacht deshalb in diesem Frühjahr eine neue Aktion gegen Ablenkung beim Fahren.

Erste Wirkung zeigten Maßnahmen gegen Baumunfälle sowie das Fahrtraining für Senioren. Nach einem jahrelangen Rückgang war die Zahl der Unfalltoten 2014 in Niedersachsen wieder um acht Prozent auf 446 angestiegen. Für 2015 liegt die Statistik noch nicht vor, bis zum September aber gab es nach den Daten des Landesamtes für Statistik bereits 342 Tote nach 316 im Vorjahreszeitraum. 2014 lag die Gesamtzahl der Unfälle bei 202 461. Rechnet man für 2015 die bis September vorliegenden Werte auf das Gesamtjahr hoch, ist auch hier mit einem Anstieg zu rechnen.

Mit mehr Radarkontrollen, Leitplanken an gefährlichen Abschnitten sowie der geplanten Erprobung eines Streckenradars hatte das Land vor einem knappen Jahr auf die Kehrtwende wieder steigender Unfallzahlen reagiert. Bis 2017 soll die Installation zusätzlicher Leitplanken an Landstraßen abgeschlossen sein, wofür fünf Millionen Euro reserviert wurden. Mit etwas Verspätung solle in diesem Sommer der Probebetrieb des Streckenradars auf der B6 bei Laatzen nahe Hannover beginnen, teilte das Innenministerium in Hannover mit. Bundesweit erstmalig wird hier die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem längeren unfallträchtigen Abschnitt erfasst, damit Fahrer nicht nur punktuell, sondern auf der Gesamtstrecke den Fuß vom Gas nehmen.

Nach erstem Eindruck nicht ohne Wirkung ist die Kampagne des Landes gegen die sogenannten Baumunfälle in sechs Landkreisen. Dabei handelt es sich um die vielen Unfälle auf Landstraßen, die an einem Baum enden. Wenn die Straßen schmaler als 6,70 Meter sind, können die Kreise das Tempo auf 80 begrenzen. „Es sieht so aus, als ob das wirkt“, sagte Zieseniß. Eine genaue Auswertung laufe aber noch. Ausgesprochen erfolgreich ist das Programm, mit dem die Verkehrswacht der wachsenden Risikogruppe der älteren Fahrer unter die Arme greifen will. Unter der Federführung von Fahrlehrern wird Älteren bei den Seminaren geholfen, Schwächen am Steuer zu erkennen und sich zu trainieren. „Das ist der absolute Renner“, sagte Zieseniß. „Die Leute rennen uns die Bude ein.“ Statt für sie problematische Situationen wie große Kreuzungen oder die Fahrt im Dunkeln zu meiden, sollen Senioren in den Kursen fit gemacht werden, solche Situationen wieder zu meistern. Nach dem Seminar nehme mancher sogar noch einmal eine Fahrstunde, meinte die Verkehrswacht-Chefin. dpa

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