Förderprogramm für ambulante Dienste

Ministerin will ambulante Pflege auf dem Land stärken

Hannover - Die Jungen ziehen weg, zurück bleiben betagte, oft gebrechliche Menschen: Angesichts der Alterung der Bevölkerung will die niedersächsische Landesregierung die ambulante Pflege im ländlichen Raum stärken. "Jüngere fehlen uns hier als pflegende Angehörige und als Fachkräfte", sagte Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) am Montag in Hannover.

Gleichzeitig seien die Arbeitsbedingungen in der ambulanten Pflege auf dem Land besonders schwierig, weil nur nach Leistungskomplexen bezahlt werde. Die längeren Wegezeiten würden nicht finanziert.

"Ich erwarte, dass die Selbstverwaltung sich noch stärker für bessere Rahmenbedingungen und eine gerechte Vergütung der Leistungen in der ambulanten Pflege einsetzt", sagte Rundt.

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) Niedersachsen sieht dagegen aktuell keine Versorgungsprobleme in der ambulanten Pflege. "Die Vorwürfe gegen die Selbstverwaltung sind aus unserer Sicht haltlos", sagte vdek-Sprecher Hanno Kummer. So gebe es Pauschalen für die Anfahrt. Eine kilometergenaue Abrechnung wäre mit einem viel zu hohen Bürokratieaufwand verbunden. "Wir finden es aber gut, dass das Land die Branche unterstützt, sich auch für die Zukunft gut aufzustellen", sagte Kummer.

Für das neue Förderprogramm stehen bis 2018 jährlich über sechs Millionen Euro zur Verfügung. Es richtet sich an etwa 850 der rund 1230 ambulanten Pflegedienste in Niedersachsen. Sie können Gelder beantragen, um zum Beispiel Projekte zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder zur Einführung von EDV-gestützten Systemen zu realisieren. Die maximale Fördersumme liegt bei 45 000 Euro pro Dienst. "Wir wollen, dass die Menschen auf dem Land bestmöglich pflegerisch versorgt werden", betonte Rundt.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes leben in Niedersachsen überproportional viele Pflegebedürftige. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag 2013 bei 3,7 Prozent. Bundesweit gab es nur 3,3 Prozent Pflegebedürftige, im Schnitt der westdeutschen Länder sogar nur 3,1 Prozent. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Gleichzeitig gibt es einen Fachkräftemangel. Ein großes Problem ist, dass Altenpflegerinnen und Altenpfleger nach ihrer Ausbildung nur durchschnittlich zehn Jahre in diesem Beruf bleiben.

dpa

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