Nach Unfall am 3. Dezember

Frachter rammt Brücke: Verfahren kommen kaum voran

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Nach der Kollision eines Frachters mit einer Bahnbrücke bei Weener kommt die juristische Aufarbeitung nur langsam voran.

Weener - Vor sechs Monaten rammte ein Frachter die Eisenbahnbrücke über die Ems im ostfriesischen Weener. Die Ermittlungen zur Unfallursache stocken. Auch ein baldiger Wiederaufbau der demolierten Friesenbrücke ist nicht in Sicht.

Ein halbes Jahr nach der Zerstörung der längsten deutschen Klappbrücke über die Ems bei Weener ist die juristische Aufarbeitung ins Stocken geraten. Die Ermittlungen verzögerten sich, der weitere Fortgang sei derzeit nicht abzusehen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft im ostfriesischen Aurich.

Die Behörde ermittelt, nachdem am 3. Dezember ein Frachter die Friesenbrücke gerammt hatte. Die 100 Meter lange "Emsmoon" war bei Dunkelheit in die geschlossene Friesenbrücke gekracht und hatte sie in ihren Grundfesten verschoben. Über das 335 Meter lange Bauwerk verläuft die Regionalstrecke der Bahn von Leer ins niederländische Groningen. Der Schaden geht in die Millionen.

Wiederaufbau dauert mindestens 5 Jahren

Die Bahn prüft derzeit Möglichkeiten zum Wiederaufbau der Brücke. Das dauert im besten Fall mindestens fünf Jahre. Bis September läuft dazu eine Bestandsaufnahme der Konstruktion. Unter anderem muss die weitere Nutzung der Brückenpfeiler durch Unterwasser-Sondierungen geprüft und das gesamte Bauwerk vermessen werden.

Am Mittwoch soll das 250 Tonnen schwere Gegengewicht des Klappsegments geborgen werden. Bahnchef Rüdiger Grube bekräftigte bei einem Krisengipfel im Mai in Berlin mit Vertretern aus Ostfriesland seinen Willen zum möglichst schnellen Wiederaufbau. Denn sowohl in Ostfriesland als auch in den Niederlanden drängen die Menschen im Grenzgebiet auf eine zügige Lösung. In den Niederlanden gibt es Pläne zum Bahnausbau für schnelle Züge Richtung Bremen und Hamburg.

Im Januar hatten Medien über eine geheime Inspektionsreise niederländischer Militärspezialisten berichtet, die angeblich den Bau einer Behelfsbrücke prüften. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es bisher nicht.

Noch ist ungeklärt, ob der Lotse oder der Kapitän zum Unfallzeitpunkt die Verantwortung über das Schiff hatte. Dazu ließen die Ermittler einen Stimmrekorder auswerten, der Gespräche auf der Brücke zur Unfallzeit aufzeichnen sollte. Über den Inhalt wurde bisher nichts bekannt.

Inzwischen hat aber der Verteidiger eines Beteiligten Akteneinsicht verlangt. Falls er sich zu den Vorwürfen äußert, könnten noch etliche Wochen verstreichen, sagte Katja Paulke von der Staatsanwaltschaft Aurich. Erst danach werde entschieden, ob es zu einer Anklage, einem Strafbefehl oder einer Einstellung des Verfahrens komme.

dpa

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