Zeugen schildern vor Gericht dramatischen Unfall in Ritterhude

„Bleib stehen, bleib stehen!“

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Ermittler sichern Spuren an der Unglücksstelle.

Verden - Von Wiebke Bruns. „Es war alles ganz normal“, diesen Satz wiederholte am Mittwoch mehrfach ein 23 Jahre alter Zeuge in dem Mordprozess um eine Todesfahrt am Ostersonntag in Ritterhude (Landkreis Osterholz).

Der Auszubildende saß auf dem Beifahrersitz, als der 24 Jahre alte Angeklagte nach dem Besuch einer Diskothek das 21 Jahre alten Opfer überfuhr. Auch ein guter Freund des Getöteten erlebte dies hautnah mit. Sie seien auf dem Fußweg nebeneinander gegangen, als wie aus dem Nichts das Auto auftauchte, das seinen Freund erfasste, berichtete der 22-Jährige.

Beide Zeugen bestätigten die Aussage des Angeklagten, dass es keinen Streit im Vorfeld gegeben hatte. Laut Anklageschrift soll eine Bemerkung des Opfers, während der Beschuldigte an einer Tankstelle telefonierte, Anlass für die Tat gewesen sein. Alle Beteiligten hatten nach einer durchfeierten Nacht eine Diskothek in Ritterhude verlassen. Das Opfer und der 22-Jährige gingen zu Fuß an der Tankstelle vorbei.

„Wir gingen so eng nebeneinander, dass sich unsere Hände fast berührten“, sagte der Zeuge. Dann habe er plötzlich im Augenwinkel das Auto wahrgenommen. Plastikteile seien umhergeflogen. „Dann erst bemerkte ich, dass mein Freund weg war“, sagte der 22-Jährige. In dem davonrauschenden Auto saß der 23-Jährige aus Bremen auf dem Beifahrersitz. Der Angeklagte habe bei der Fahrt vom Tankstellengelände auf die Straße die Kurve zu eng genommen und sei mit der rechten Seite auf dem Fußweg gefahren.

Zwar hatten sie vorher die beiden Fußgänger gesehen, doch in diesem Moment habe er nur gedacht, dass sein Freund bei der nächsten Absenkung auf die Straße fahren würde. „Dann kam der Aufprall“, sagte der Zeuge. „Scheiße, was war das?“, habe der Fahrer geschrieen. Wegen der kaputten Frontscheibe habe er selbst nichts sehen können. „Ich schrie: ‚Bleib stehen, bleib stehen!‘, aber der war im Schock. Er hat gar nicht reagiert.“, schilderte der 23-Jährige.

Halsbrecherisch sei sein Freund einfach weitergefahren. Er habe versucht, beruhigend auf ihn einzuwirken. „Ich dachte nur, bloß heil hier rauskommen.“ Als die Fahrt in Bremen endete, habe sein Freund geweint. Am nächsten Tag meldeten sie sich bei der Polizei. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

21-Jähriger auf Gehweg überfahren

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