Millionen für Atommülllager Asse sichern 1700 Jobs in Deutschland

Ein Frontlader fährt im Atommülllager Asse bei Remlingen durch einen Tunnel. Foto: Ole Spata/Archiv
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Hannover - Die Rückholung der 126 000 Atommüllfässer aus der Schachtanlage Asse ist ein weltweit beispielloses Unterfangen. Der Erfolg des Projektes ist alles andere als sicher, die Kosten sind immens hoch. Laut einem Gutachten profitiert die Region schon jetzt von den Anstrengungen.

Die Stilllegung des maroden Atommülllagers Asse kostet Millionen - nach einem aktuellen Gutachten sichert das weltweit einmalige Projekt aber auch bundesweit mehr als 1700 Jobs. Bei Asse würden die Menschen zunächst immer nur an Belastungen und Atommüll denken. „Der Name steht aber auch für Fortschritt und Innovationszuwachs in der Region und darüber hinaus“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König. Das Gutachten war imvergangenen Sommer auf Initiative Königs von der Asse-GmbH beim Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung in Auftrag gegeben worden und umfasst die Jahre 2010 bis 2014.

„Im Vordergrund bei den Ausgaben der öffentlichen Hand zur Stilllegung der Asse steht zu Recht die Sicherheit der Menschen in der Region. Parallel eröffnen sich damit in einer strukturschwachen Region aber auch neue Möglichkeiten und Perspektiven“, betonte König. Die Stilllegung der Asse kostete den Steuerzahler nur 2015 fast 117 Millionen Euro. 2009, im Jahr der Gründung der Asse-GmbH lag der Betrag noch bei 63,16 Millionen Euro.

Die 1700 Arbeitsplätze verteilten sich auf die für die Anlage zuständige Asse-GmbH (derzeit rund 460 fest angestellte und 105 Leiharbeiter) und mehr als 1100 auf externe Anbieter von benötigten Dienstleistungen sowie Gütern, betonte Hans-Albert Lennartz, kaufmännischer Geschäftsführer der Asse-GmbH. Insbesondere mit Blick auf Experten aus dem Bergbau sei die Suche nach Mitarbeitern inzwischen aber deutschlandweit ein „großes Problem“, sagte König. Die Asse-GmbH sei inzwischen der größte industrielle Arbeitgeber in der ansonsten eher strukturschwachen Region Wolfenbüttel.

Im Untersuchungszeitraum hätten die von der Asse-GmbH getätigten Aufwendungen für Güter und Dienstleistungen von rund 36 auf knapp 54 Millionen Euro zugenommen. Infolge der Konsumausgaben der Mitarbeiter würde auch die Wirtschaft in der Region angekurbelt. 75 Prozent der Beschäftigten wohnen in den angrenzenden Landkreisen und den Städten Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter sowie Goslar.

König und Lennartz rechnen damit, dass der positive Wirtschaftstrend wegen anstehender Großprojekte wie dem Bau eines Bergungsschachtes oder der Erweiterung der Betriebsstätte für Büros und Lagerräume in unmittelbarer Nähe zum Schacht weiter zunehmen wird. Alleine für diese beiden Projekte wird mit einem Investitionsvolumen von mehr als 56 Millionen Euro gerechnet. „Wir haben noch einen langen Weg der Rückholung vor uns“, sagte König.

Im alten Bergwerk Asse im Kreis Wolfenbüttel lagern rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll. Sie sollen nach Möglichkeit geborgen werden, weil Wasser eindringt und die Atommüllfässer so undicht werden können.

dpa

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