5 Prozent mehr auf 12 Monate

IG Metall will 5 Prozent mehr Geld

Hannover - Für die nahende Tarifrunde in Niedersachsens Metallindustrie fordern die Arbeitnehmer nur unwesentlich weniger als zuletzt. 5 Prozent Plus sollen es werden. Die Arbeitgeber sehen keinen Spielraum dafür und warnen, die IG Metall säge am eigenen Ast.

Die Gewerkschaft IG Metall peilt im Tarifgebiet Niedersachsen die Forderung nach 5 Prozent mehr Geld an. Das teilte sie am Donnerstag in Hannover mit. Bei den 5 Prozent handelt es sich um ein vorläufiges Meinungsbild, das die IG Metall derzeit bundesweit erhebt. Die endgültige Forderung für die nahende Entgelt-Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie soll die Tarifkommission am 23. Februar festlegen. Der Vorstand beschließt sechs Tage später darüber.

Die Metallarbeitgeber lehnen die Empfehlung des Tarifpartners ab. Die Forderung „passt nicht in die Zeit“, sagte Niedersachsen Metall-Chef Volker Schmidt. „Angesichts der globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unkalkulierbarer Investitionsrisiken und einer extrem durchwachsenen Stimmung in den Unternehmen ist kein Raum für abermalige tarifliche Höhenflüge“, betonte er in einer Einschätzung.

In der Schlüsselbranche der Metall- und Elektroindustrie arbeiten im Tarifgebiet Niedersachsen 85000 Menschen. Der Küstenbereich und das Gebiet Emsland/Osnabrück bilden eigene Bezirke. Hinzu kommt noch ein Haustarif für 120000 VW-Mitarbeiter. IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine argumentierte am Donnerstag: „Eine stabile Auftragslage der niedersächsischen Betriebe und ein mit 1,8 Prozent prognostiziertes gesamtwirtschaftliches Wachstum stellen eine solide Basis für eine Forderung nach 5 Prozent mehr Geld dar.“ Ein Krisenszenario sei nicht zu erkennen. Die Forderung bezieht sich auf zwölf Monate Laufzeit.

Fünf Prozent mehr Geld hießen bei einem Monats-Bruttolohn von 4000 Euro ein Plus von 200 Euro. In der vorherigen Tarifrunde hatte die Gewerkschaft 5,5 Prozent gefordert. Am Ende stand ein Kompromiss, der 3,4 Prozent mehr Geld brachte bei 15 Monaten Laufzeit, die allerdings zwei Nullmonate ohne eine Erhöhung und einen Monat mit Einmalzahlung beinhalteten. Der aktuelle Tarifvertrag der Branche läuft Ende März dieses Jahres aus, Warnstreiks sind ab Ende April möglich.

Arbeitgeberchef Schmidt warnte davor, die Betriebe mit dem neuen Abschluss zu überfordern: „Maßhalten ist angesagt, wenn wir weiter auf höchstem Niveau spielen und den Standort - und damit Arbeitsplätze - nicht gefährden wollen.“ Das gelte umso mehr, wenn der IG Metall an einer auch künftig starken Tarifbindung gelegen sei.

dpa

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