Jochen Meyers Rücktritt bedauert, aber respektiert

Landvolk-Treffen: Jochen Meyer tritt zurück 

Lars-Christian Oetker (neu im Vorstand von links), Jürgen Langhorst (neu im geschäftsführenden Vorstand), Landvolkverbandsvorsitzender Theo Runge und Geschäftsführer Dr. Jochen Thiering. - Foto: Kurth-Schumacher

Groß Lessen - „Dr. Jochen Meyer ist zurückgetreten, das ist Fakt“, informierte Landvolkverbands-Chef Theo Runge die 170 Gäste der gestrigen Kreisverbandsversammlung über den Rückzug seines Vorstandskollegen. Man bedauere die Entscheidung, respektiere aber die persönlichen Gründe, die Meyer zu einen späteren Zeitpunkt selbst darlegen werde.

Froh sei die Führungsriege, dass Meyer den Landvolkverband im laufenden Prozess gegen seinen ehemaligen Vorsitzenden Lothar Lampe und die Firma Westwind weiterhin unterstützen wird. Runge: „Niemand kennt sich in dieser Materie besser aus.“ Die Versammlung folgte einstimmig dem Vorschlag aus dem Bereich Schwaförden II, den Neuenkirchener Landwirt Lars-Christian Oetker (39) in den Vorstand zu berufen.

In einer weiteren Nachwahl wurde die Lücke im geschäftsführenden Vorstand geschlossen. Jürgen Langhorst aus Diepholz rückt in das vierköpfige Gremium auf, in dem neben Geschäftsführer Jochen Thiering Vorsitzender Theo Runge und Vorstandsmitglied Marvin Campe vertreten sind.

Zum laufenden Gerichtsverfahren äußerste sich Theo Runge nicht. Er kündigte für den 12. Dezember (10 Uhr, Gasthaus Husmann, Groß Lessen) eine interne Versammlung an. Rechtsanwalt Dr. André Große Vorholt werde Vor- und Nachteile des Vergleichsangebots von 4,3 Millionen Euro (plus Zinsen rückwirkend ab Mai 2015) erörtern. Auf dieser Grundlage werde die Versammlung eine „für den Landvolkverband gute Entscheidung“ treffen.

In seiner Begrüßung griff Runge politische Themen auf: Er verurteilte das negative Meinungsbild über die Landwirtschaft in der Gesellschaft. Bei aller notwenigen Selbstkritik müsse man die Forderungen der Verbraucher kritisch hinterfragen. Er sprach von einer kognitiven Dissonanz: „Wünsche und Kaufverhalten decken sich nicht.“ Wichtig sei einerseits die Motivierung der jungen Berufskollegen und vor allem eine umfassende Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft, die sich immer weiter von der Landwirtschaft entferne: „Wir haben uns bisher zu wenig gewehrt.“

Landwirte am Limit

„Psychosomatischen Erkrankungen nehmen im Berufsstand der Landwirte zu – das sollte uns zu denken geben“, sagte Anne Dirksen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Leiterin des Bereichs „Familie und Betrieb“ gab auf der Verbandsversammlung am Donnerstag Einblicke in die Arbeit der sozioökonomischen Beratungsstellen.

Die Besonderheit der landwirtschaftlichen Unternehmen sei die räumliche und soziale Nähe von Familie und Betrieb. In Krisenzeiten seien beide Bereiche nahezu deck-ungsgleich. Die Folge: Überlastung und Überforderung – mit gesundheitlichen Konsequenzen.

Ihr Leistungspotential, ihre Flexibilität und ihre Bereitschaft auf Lohnverzicht habe viele familiengeführte Betriebe über die Krise gerettet. Der Erfahrungsschatz der älteren Generation in Verbindung mit einer guten Aus- und Fortbildung der Nachfolger sei eine „Traumkonstellation“.

Zunehmend habe man es mit einem „Schweigen der Männer“ zu tun: „Neben der Liquiditätsproblematik sind es der hohe politische und gesellschaftliche Erwartungsdruck, unausgesprochene Zielvorstellungen und Generationenkonflikte, die viele Landwirte aus der Balance bringen.“ Eine Erfahrung der Mitarbeiter des Sorgentelefons: Ist die Krise ausgestanden, stehen Themen aus dem sozialen Umfeld – Partner, Kinder, Geschwister, Altenteiler, Mitarbeiter – im Vordergrund.

Es sei kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, sich Hilfe zu holen, sagte Anne Dirksen in ihrem Vortrag. Sie appellierte daran, rechtzeitig das Gespräch zu suchen: „Wenn das Insolvenzverfahren läuft, sind uns die Hände gebunden.“

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