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Betrüger in Niedersachsen mit Chef-Masche auf Beutezug

Northeim - Weltweit vernetzte Betrüger sind derzeit auch in Niedersachsen mit der sogenannten Chef-Masche auf Beutezug. "Wir beobachten aktuell eine deutliche Zunahme der Fälle", sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes in Hannover, Frank Federau, am Freitag.

Bei der auch "CEO-Fraud" (Vorstands-Betrug) genannten Masche verschaffen sich die Kriminellen etwa im Internet detaillierte Informationen über einzelne Unternehmen. Sie geben sich dann als deren Vorstand oder Geschäftsführer aus und weisen Mitarbeiter der Finanzabteilung per Mail an, große Geldbeträge für angeblich wichtige Geschäfte auf Konten in Asien oder Osteuropa zu überweisen. Zugleich verlangen die Täter besondere Geheimhaltung, etwa weil es um die Übernahme einer anderen Firma gehe. Die unter falschen Namen eingerichteten Konten werden anschließend sofort leergeräumt.

Der jüngste Fall in Niedersachsen wurde aus dem Landkreis Northeim bekannt: Nach Angaben der Polizei versuchten die Gauner, die Bilanzbuchhalterin eines großen Unternehmens zur Überweisung von 600 000 Euro für den angeblichen Zukauf einer Firmengruppe in Asien zu veranlassen. Der Plan sei in diesem Fall aber gescheitert, "weil die Mitarbeiterin misstrauisch war und persönlich beim Geschäftsführer nachfragte", sagte Sprecher Uwe Falkenhain.

Den Ermittlern sei die Masche seit 2013 bekannt, sagte LKA-Sprecher Federau. Es bleibe in den meisten Fällen zwar beim Versuch. Teils hätten die Täter aber große Geldbeträge ergaunert, nicht nur in Niedersachsen. Auch in Bremen sind nach Angaben der Polizei bereits mehrere Unternehmen auf die Masche hereingefallen. In Nordrhein-Westfalen beträgt der jährliche Schaden nach Angaben des dortigen Landeskriminalamtes mehrere Millionen Euro. Und ein Autozulieferer aus Bayern wurde jüngst sogar etwa 40 Millionen Euro erleichtert.

Das LKA Niedersachsen geht von einer größeren Dunkelziffer aus. "Wenn man auf eine solche Masche reingefallen ist, möchte man das nicht gerne auch noch nach außen tragen", sagte Sprecher Federau.

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