Gemischte Zwischenbilanz

Kirschernte im Alten Land läuft so lala

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Die Kirschernte im Alten Land hat begonnen.

Jork - Die Kirschernte im Alten Land vor den Toren Hamburgs ist in vollem Gange. Zwar ist es noch etwas früh für die richtig dicken und knackigen Kirschen - die sogenannten „Knubberkirschen“ - wie die Sorte „Regina“ (Königin).

Aber seit drei Wochen werden die frühen Sorten der roten Steinfrüchte von den Bäumen geholt. Während Obstbauern, die ihre Bäume unter Foliendächern haben, zufrieden sind, läuft es auf reinen Freilandplantagen überhaupt nicht gut.

„Es könnte deshalb sein, dass die Ernte in diesem Jahr geringer ausfällt“, sagte Martin Kockerols, Steinobstberater beim Esteburg Obstbauzentrum in Jork. An der Niederelbe werden im Schnitt etwa 4500 Tonnen Kirschen jährlich gepflückt - wenn alles optimal läuft. „Diese Jahr könnten es nur 3000 Tonnen werden“, schätzte Kockerols. Auf einer Fläche von 500 Hektar stehen die Kirschbäume in der Region.

„Im Ansatz gut“

Beim Obstbauer Hauke Meyer vom gleichnamigen Obsthof in Hollern-Twielenfleth im Landkreis Stade lief bislang alles rund. „Wir hatten Sonne und Feuchtigkeit - der Ansatz war gut“, sagte Meyer, der etwa vier Hektar mit rund 4000 Kirschbäumen bepflanzt hat.

Alle seine Bäume sind mittlerweile mit Foliendächern geschützt. Damit wird die Ernte wesentlich unabhängiger vom Wetter. Er hofft, dass sich die Investition auszahlt. Für ein Kilogramm guter Kirschen müsse der Kunde am Stand mit einem Preis zwischen fünf und sieben Euro rechnen. „Das ist fair“, meinte Meyer.

Bei Freilandplantagen fängt das Zittern mit jedem Wolkenbruch wieder an. Vor allem Regen lässt die Kirschen aufplatzen, womit sie für den Handel untauglich werden. Wer nur Kirschbäume auf Freiland habe, der habe es dieses Jahr extrem schwer, sagte Kockerols.

Abdeckung mit Foliendächern liegt im Trend

Die Abdeckung mit Foliendächern liegt im Alten Land - einem der größten zusammenhängenden Obstanbaugebiete Nordeuropas - im Trend. Jedes Jahr kommen an der Niederelbe 30 Hektar an überdachter Fläche bei den Kirschbäumen hinzu.

Die Folien werden im Frühjahr über massive Gerüste ausgelegt und nach der Ernte wieder eingerollt. Die Umstellung ist teuer und kostet bis zu 100 000 Euro je Hektar. 40 Prozent der Kirschbäume in der Region sind inzwischen überdacht.

Der große Feind der Kirsche, die winzige, aus Asien stammende Kirschessigfliege („Drosophila suzukii“), hat ihr Unwesen in diesem Jahr immerhin nicht getrieben. „Bisher gibt es keine Probleme bei uns“, sagte Kockerols. Ein Grund seien auch bessere Hygienemaßnahmen. So seien Restfrüchte, die die Fliege anlocken, beseitigt worden. „Die Kirschessigfliege ist nicht frostresistent. Vielleicht hat sie den Winter nicht überlebt“, hofft Meyer.

dpa

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