Schüler inszenieren antike Veranstaltung aus dem Jahr 67 nach Christus

Kaiser Nero erleidet Achsbruch bei Olympischen Spielen in Oldenburg

Die beiden Hobby-Römer stellten mit weiteren Schülern und Studenten die Olympischen Spiele von 67 nach Christus in Oldenburg nach.Auf dem Programm standen Diskuswerfen, Wagenrennen und weitere antike Sportarten.

Oldenburg - Von Klaus Eilers. Olympische Spiele des Jahres 67 nach Christus haben Gymnasiasten aus Oldenburg, Bremen und Westerstede mit den Geschichtstundenten der Uni Oldenburg nachgestellt. Auf dem Sportgelände des Bürgerfelder Turnerbundes in Oldenburg vertrat jeweils jedes der fünf Gymnasien einen griechischen Stadtstaat, und die Schüler zogen vor den verschiedenen Wettkämpfen noch gemeinsam durch die Innenstadt.

Los geht es mit einem Wagenrennen. Jeweils vier „menschliche Zugtiere“ legen sich gewaltig ins Zeug und ziehen mit aller Kraft den Wagen, in dem ein Mitschüler sitzt. Doch was geschieht da? Kaiser Neros Gefährt, dargestellt vom Geschichts- und Informatikstudenten Marco Mertens (21), fällt um und bricht komplett zusammen. Historisch betrachtet liegt dieser Vorfall erstaunlich nahe an den tatsächlichen Ereignissen. „Der Wagen Neros erlitt beim olympischen Rennen im Jahr 67 einen Achsbruch“, klärt Georg Müller, Lehrbeauftragter der Abteilung Alte Geschichte an der Uni Oldenburg, auf.

Zurück zu den Spielen: Ein Miniatur-Fahrradreifen soll einen antiken Diskus darstellen, der von Milan, Kämpfer für Rhodos, 27,80 Meter weit geschleudert wird. Der Wurf ist gut, reicht aber nicht zum Sieg.

Neben dem Diskuswurf und dem Wagenrennen stehen weitere antike Sportarten auf dem Programm: Doppelstadionlauf – ein Wettrennen mit einer Wende wie beim Schwimmen –, Standweitsprung mit Schwunggewichten und der Waffenlauf, ein Staffelwettbewerb mit einem Schild als Stab.

Ruhm und Ehre können die Teilnehmer nicht nur beim Sport erringen, sondern auch beim Dichter-Wettstreit und dem rhetorischen Kräftemessen der Herolde.

„Wir zeugen gesunden Nachwuchs und geben uns nicht wie die Athener der Knabenliebe hin“, wettert der Herold Spartas, Uwe Roeder, der in Wirklichkeit Latein am Alten Gymnasium Oldenburg unterrichtet.

„Die Schüler sollen heute Spaß haben – und darüber hinaus etwas über das Verhältnis der Stadtstaaten, die in Konkurrenz zueinander standen, oder über die Einmischung des römischen Kaisers mitnehmen“, erklärt Müller.

Damit gemeint ist Nero, der die Spiele damals um zwei Jahre vorzog, um selbst daran teilnehmen zu können. Hintergrund ist, dass Griechenland eine römische Provinz war. „Nero liebte die Griechen. Bei den Olympischen Spielen gewann er den Dichterwettstreit und das Wagenrennen“, sagt Müller. Es hatte einen einfachen Grund, dass er trotz des Achsenbruchs siegte. Die anderen Teilnehmer haben so lange gewartet, bis sein Wagen wieder repariert war. Neros Siege waren wahrscheinlich durch Druck auf das Kampfgericht inszeniert.

Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte an der Universität Oldenburg, will mit der Veranstaltung das lahmende Interesse am schulischen Lateinunterricht anfachen. Denn: „Gute Lateinkenntnisse sind Voraussetzung, um Geschichte studieren zu können“, klärt er auf.

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