Hotel auf Norderney nach Legionellen-Verdacht geräumt

Norderney - Ein Vier-Sterne-Hotel auf der Nordseeinsel Norderney ist vorerst geschlossen worden, weil es dort möglicherweise Legionellen gibt. 220 Gäste mussten vorzeitig abreisen oder wurden auf andere Anlagen verteilt, sagte Hotel-Geschäftsführer Karl-Hans Sigges am Sonntag.

Legionellen können durch zerstäubtes Wasser eingeatmet werden, die Lungen von Menschen befallen und lebensbedrohliche Krankheiten auslösen. Infektionsquellen sind oft Klimaanlagen, Duschen oder Whirlpools. Grundlage für die Schließung des Hotels war ein Erlass des Landkreises Aurich, nachdem sich Ende Januar ein Gast mit Legionellen infiziert habe, sagte der Geschäftsführer.

Das Hotel war bereits im vergangenen November von Legionellen betroffen gewesen, damals seien umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt worden. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes nahmen jetzt erneut Proben, voraussichtlich am Montag werden nach Angaben des Geschäftsführers die Ergebnisse erwartet.

Die Gäste seien am Freitagabend beim Essen persönlich von der Geschäftsführung über die Schließung informiert worden. Ein sehr großer Teil habe Verständnis für die Maßnahme gezeigt. „Die Leute standen alle da und hätten mich am liebsten umarmt. Das war schon heftig“, sagte der Hotel-Geschäftsführer.

Auf Unterstützung von seiner Versicherung kann der Hotelier nicht hoffen. Die Schließung aufgrund von Legionellen werde von einer Betriebsunterbrechungsversicherung nicht abgedeckt. Je nachdem, wie lange das Hotel geschlossen bleibe, kämen auf die Anlage Ausfälle in siebenstelliger Höhe zu. „Das ist dann natürlich existenzbedrohend.“

Legionellen sind weltweit verbreitet und gedeihen in warmem Süßwasser. Eine Infektion mit diesen Bakterien kann symptomlos bleiben, grippeartige Symptome oder die Legionärskrankheit auslösen, eine lebensbedrohliche Lungenentzündung. Das hängt unter anderem von der Art und Menge der aufgenommenen Legionellen und von den Abwehrkräften der Betroffenen ab. Die Legionärskrankheit beginnt meist mit Husten, Schüttelfrost und hohem Fieber. Eine Übertragung der Legionellen von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

dpa

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