Niedersächsische FDP für Freigabe von Cannabis

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Niedersächsische FDP für Freigabe von Cannabis. Foto: Holger Hollemann/Archiv

Hannover - Die niedersächsische FDP macht sich für eine Freigabe von Cannabis an Erwachsene stark und will dieses Thema in den Landtag einbringen.

Aus Sicht der Liberalen sind staatlich genehmigte Verkaufsstellen für die Droge denkbar. Mit offiziellen Abgabestellen könne ein großer Teil des Schwarzmarkts ausgetrocknet werden, sagte Fraktionschef Christian Dürr. Der Staat könne auf diese Weise außerdem Konsumenten über die Gefahren aufklären. "Wenn man alles kriminalisiert und wegschaut, bekommt man die Sache nicht in den Griff", sagte der FDP-Politiker NDR 1 Niedersachsen.

Die Landes-FDP hatte sich schon im vergangenen Jahr mit breiter Mehrheit für die Legalisierung von Cannabis ausgesprochen und die kontrollierte Abgabe an über 18-Jährige gefordert. Für Minderjährige soll die Droge weiterhin verboten bleiben. Am Dienstag diskutierten Juristen, Mediziner, Ökonomen und Kriminalbeamten auf Einladung der FDP bei einer Expertenanhörung über die Frage, ob Cannabis kontrolliert freigegeben werden soll.

Andreas Müller, Jugendrichter in Bernau bei Berlin, engagiert sich seit Jahrzehnten für eine Freigabe von Cannabis. "Millionen von Menschen wurden in den vergangenen 40 Jahren zu Unrecht kriminalisiert", sagte der Jurist. Das Beispiel Holland zeige, dass bei einer Legalisierung der Droge nicht die Welt untergeht. Müller forderte, die finanziellen Mittel von der Repression in die Prävention zu verlagern.

Das sieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ganz anders. "Der Irrglaube, eine Cannabis-Freigabe sei harmlos und erleichtere die Arbeit, muss endlich aus der öffentlichen Diskussion verschwinden", sagte GdP-Landeschef Dietmar Schilff. Außerdem führe eine höhere Verfügbarkeit der Droge zu der Notwendigkeit, die Betäubungsmittel-Kontrollen im Straßenverkehr auszubauen.

Die Experten waren sich nicht einig, ob die Kosten für die Allgemeinheit bei einer Legalisierung der Droge steigen oder sinken werden. Strittig war zudem, ob bei einer Legalisierung des Stoffes für Erwachsene der Schwarzmarkt überhaupt ausgetrocknet werden kann.

Im US-Bundesstaat Colorado gehe nach der Legalisierung von Cannabis der illegale Markt gezielt auf Kinder und Jugendliche zu, sagte der Hamburger Suchtmediziner Rainer Thomasius.

dpa

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