Update: Möglicher Sturz vor Zusammenprall

Pizzabotin nach Kollision mit Streifenwagen gestorben

Hannover - Eine junge Pizzabotin stößt mit einem Auto zusammen, es ist ein Streifenwagen. Wenig später stirbt die 18-Jährige im Krankenhaus, die Beamten erleiden einen Schock. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Möglicherweise war die Frau schon vor dem Zusammenprall gestürzt.

Nach einem Frontalzusammenstoß mit einem Polizeiauto ist in Hannover eine 18 Jahre alte Pizzalieferantin ums Leben gekommen. Sie war auf einem Roller unterwegs, als es zu dem Unfall kam. Die beiden Beamten in dem Funkstreifenwagen überholten am Sonntagabend einen langsam fahrenden Linienbus und kollidierten dann aus bislang unbekannter Ursache gegen 20 Uhr mit der entgegenkommenden jungen Frau, wie ein Polizeisprecher mitteilte. 

Die Beamten waren im Einsatz, fuhren aber ohne Blaulicht und Sirene. Die 18-Jährige erlitt bei dem Unfall unweit einer Brücke über den Mittellandkanal im Stadtteil Misburg schwere Verletzungen und starb kurz nach der Einlieferung in ein Krankenhaus. Der 53 Jahre alte Fahrer des Streifenwagens und sein 28 Jahre alter Kollege erlitten einen Schock. 

Ein unabhängiger Gutachter wurde hinzugezogen, er soll nun den genauen Unfallhergang klären. Die Polizei wollte am Montag keine weiteren Auskünfte geben und verwies bei Nachfragen an die Staatsanwaltschaft in Hannover.

Möglicher Sturz vor der Kollision

„Nach Aussagen von Zeugen ist die Rollerfahrerin schon vor der Kollision zu Fall gekommen", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Nachmittag. „Die Beamten sind auf dem Weg zu einem Einsatz gewesen, hatten aber weder Blaulicht noch Martinshorn eingeschaltet“, bestätigte er. „Das ist nicht ungewöhnlich." 

„Wir sind noch ganz am Anfang der Ermittlungen“, hatte Klinge zuvor erklärt. „Wir müssen jetzt genau mit Zeugenaussagen und den Ergebnissen der Untersuchungen ermitteln, wie es zu dem schrecklichen Unfall kommen konnte", sagte er. „Die Ermittlungen haben wir bei der Staatsanwaltschaft Hannover schon heute übernommen, weil jeder Verdacht einer Befangenheit im Rahmen der Ermittlungen vermieden werden soll", betonte Klinge. Das sei auch der Wunsch der Polizei gewesen. 

Immer wieder Unfälle mit Streifenwagen

Ist das Blaulicht angeschaltet, so hat die Polizei bestimmte Vorrangrechte. Mit dem Martinshorn warnt sie andere Verkehrsteilnehmer. Doch auch dann kommt es gelegentlich zu schweren Unfällen. So krachte ein Polizeiwagen mit Blaulicht und Martinshorn im April 2012 in Karlsruhe in ein Taxi. Dabei wurde eine Frau getötet, sechs Menschen erlitten Verletzungen. 

Nach dem Zusammenprall mit einem Polizeiwagen starb im November 2011 ein 48 Jahre alter Autofahrer in Wolfsburg. Das zivile Einsatzfahrzeug hatte auf dem Weg zu einem Einsatz Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet. Beim Abbiegen übersah der 48-Jährige aber das Polizeiauto. Die beiden Beamten wurden leicht verletzt. 

Beim Zusammenstoß eines Polizeiwagens mit einem Betonmischer im oberbayerischen Heldenstein war im September desselben Jahres ein Beamter ums Leben gekommen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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