Wegen rückgängiger Flüchtlingszahlen

Flüchtlingsunterkünfte des Landes nicht voll ausgelastet

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Im Camp Bad Fallingbostel Ost sind nur etwa 1500 von insgesamt 3000 Plätzen belegt.

Hannover - In den Flüchtlingsunterkünften des Landes werden derzeit nur vier von fünf Plätzen genutzt. Hintergrund: Im Winter ist die Zahl der Flüchtlinge zurückgegangen. Doch im Frühjahr dürften es wieder mehr werden. Mancherorts stehen bis dahin Reparaturarbeiten an.

Die Unterkünfte für Flüchtlinge sind in Niedersachsen nicht vollständig ausgelastet. Weil wegen des Winters zurzeit weniger Menschen nach Deutschland kommen, gibt es in Niedersachsen rund 5000 freie Plätze. 23 000 Flüchtlinge seien derzeit in den Unterkünften des Landes untergebracht, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Hannover. Die Belegung bei insgesamt rund 28 300 Plätzen betrage rund 81 Prozent.

Die Zugangszahlen sind derzeit rückläufig. Kamen im November noch bis zu 1900 Flüchtlinge am Tag nach Niedersachsen, so seien es seit Jahresbeginn im Durchschnitt nur noch 387 am Tag. Die 5000 freien Plätze müssten aber für einen möglichen Anstieg der Zugangszahlen vorgehalten werden, hieß es. Die in Amtshilfe geschaffenen Plätze in den Kommunen würden derzeit schrittweise abgebaut, zu Jahresbeginn waren es noch über 13 000.

In den Erstaufnahmestandorten in Bramsche, Braunschweig, Friedland, Oldenburg und Osnabrück stünden grundsätzlich 5300 Plätze zur Verfügung, teilte die Sprecherin mit. In besonderen Krisenzeiten könne die Zahl auf bis zu 8600 Schlafplätze ausgebaut werden. Dazu kämen rund 23 000 Plätze in Notunterkünften, die jedoch nicht alle kurzfristig zur Verfügung stünden.

Die Verteilung auf die Kommunen sei nicht so stark zurückgegangen wie die Flüchtlingszahlen zunächst erwarten ließen, weil die im Herbst bis zu fünffache Überbelegung einzelner Standorte des Landes reduziert werden sollte. Außerdem habe wegen dringend notwendiger Reparaturarbeiten die Belegung in einigen Standorten deutlich reduziert werden müssen. In einigen Bundesländern seien die Erstaufnahmelager nicht einmal zur Hälfte belegt, hatte die „Welt am Sonntag“ berichtet. In anderen Ländern seien die Kapazitäten dagegen weiterhin nahezu komplett ausgelastet, so auch in Bremen und Hamburg.

„Wir sind auf einem sehr hohen Niveau belegt, auch wenn die Zugangszahlen derzeit leicht rückläufig sind“, sagte Sprecherin Hannah Buschmann von der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig. „Wir gehen davon aus, dass das am winterlichen Wetter liegt.“ So seien in der Notunterkunft Bad Fallingbostel, der größten in Niedersachsen, derzeit rund 2500 Menschen untergebracht. Platz sei für 5000 Menschen. Im Camp Bad Fallingbostel Ost seien etwa 1500 Plätze von insgesamt 3000 belegt, im Camp Bad Fallingbostel West 1200 von 2000. „Es hat sich über den Winter ein wenig entspannt“, sagte auch DRK-Sprecherin Kerstin Hiller über die Lage in Bad Fallingbostel.

„Wir haben rund 800 Plätze, davon sind derzeit um die 400 belegt“, hieß es in der Notunterkunft Sumte im Landkreis Lüneburg, sie wird vom Arbeiter-Samariter-Bund betrieben. Auch in der vom Deutschen Roten Kreuz betreuten Notunterkunft Bad Bodenteich im Landkreis Uelzen sei die Lage entspannt, sagte Sprecherin Meike Karolat. Dort seien derzeit 455 Menschen untergebracht, Platz gebe es für 1350. „Wir sind auf ein Ansteigen der Flüchtlingszahlen im Frühjahr vorbereitet“, betonte auch Karolat.

dpa

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