Prozess: Säure-Attacke auf Ex-Freundin

Mithäftling sagt aus: Täter hätte die Frau am liebsten getötet

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Der Angeklagte Daniel F. soll seiner 27-jährigen Ex-Freundin vor der Wohnung aufgelauert und ihr einen aus Schwefelsäure bestehenden Abflussreiniger ins Gesicht geschüttet haben.

Hannover - Der Prozess um eine Säure-Attacke eines jungen Mannes auf seine Ex-Freundin in Hannover wird am Mittwoch am Landgericht Hannover fortgesetzt. Der 32-Jährige hatte die unvorstellbare Tat zu Prozessauftakt gestanden. Jetzt sagt ein Mithäftling vor Gericht aus.

Nachdem er sich von der 27-Jährigen erniedrigt gefühlt habe, habe er ihren schlechten Charakter auf ihr Äußeres übertragen und sie hässlich machen wollen. Er hatte der Kosmetikerin im Februar aufgelauert und ihr industriellen Rohrreiniger ins Gesicht geschüttet. Dem Fitnesstrainer wird versuchter Mord zur Last gelegt.

Die schwer entstellte Frau brach bei den Schilderungen vor Gericht in Tränen aus. Sie hatte erschütternde Verletzungen aufgelistet: ihr linkes Ohr ist fast weggeätzt, ein Auge hat nur noch zehn Prozent Sehkraft, die Augenbrauen sind weg, ein Nasenloch zu.

Der 32-Jährige hätte die junge Frau nach der Schilderung eines Mithäftlings am liebsten getötet. Der Angeklagte habe gesagt, es wäre besser gewesen, wenn die 27-Jährige bei der Attacke gestorben wäre, hieß es in der am Mittwoch vor Gericht verlesenen Aussage eines Mithäftlings.

Mithäftlinge des Angeklagten waren von der Tat nach eigenen Worten so entsetzt, dass sie dem Opfer in einem gemeinsamen Brief ihr Mitgefühl bekundeten. Auslöser war ein Zeitungsbericht mit einem Foto der entstellten Frau im Krankenhaus. "Als ich das Foto gesehen habe, wurde mir schlecht", erklärte ein Mithäftling. "Siehst du, was du mit der Frau gemacht hast?", habe er dem Angeklagten gesagt. Dieser habe erwidert, es sei ja nur das halbe Gesicht verätzt worden, es hätte das ganze sein sollen.

Die Verteidigung beantragte ein zweites psychiatrisches Gutachten mit dem Ziel, den Angeklagten in ein psychiatrisches Krankenhaus einweisen zu lassen. Der Angeklagte sei seelisch krank und nur eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig. Bereits drei vorherigen Freundinnen habe er nach der Trennung nachgestellt, so dass diese juristische Schritte ergriffen.

dpa

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