Niedersachsens beste Schule

Ganz im Westen und ganz weit vorne

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Unterricht Symbolbild.

Schüttdorf - Schon die Nominierung zum Schulpreis ist eine Gewinn. Wenn am Mittwoch Außenminister Steinmeier in Berlin Deutschlands beste Schule kürt, ist mit der Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf auch eine aus Niedersachsen dabei. Zu Recht.

In der Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf ist man der Zeit weit voraus: Statt Fronatalunterricht gibt es Platz und Zeit zum Selberlernen, Freiheit und Freiraum zum Ausprobieren der eigenen Kreativität. Und damit nicht genug: Seit zwölf Jahren sind geistig behinderte Kinder wie selbstverständlich Teil der Klassen und auch die Integration von Schülern, die erst noch Deutsch lernen müssen, ist seit vielen Jahren gelebte Praxis. Die Beispiele zeigen: Die Grundschule hat viele Herausforderungen, vor denen heute Schulen stehen, schon vor Jahren erkannt und Modell entwickelt, damit umzugehen.

Da wundert es nicht, dass genau diese Schule mit ihrem modernen Konzept in diesem Jahr für den Deutschen Schulpreis nominiert ist - übrigens als einzige niedersächsische Schule. Überreicht wird die begehrte Auszeichnung, die von der Robert-Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung zusammen mit dem Magazin "Stern" und der ARD vergeben wird, am kommenden Mittwoch in Berlin von Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Der Hauptpreis ist mit 100 000 Euro dotiert.

"Bei uns ist alles im Flow", sagt Schulleiter Heinrich Brinker und meint damit, dass alles super läuft. Das mittlerweile auch von der Politik gerne diskutierte Thema Inklusion sei etwa schon frühzeitig aufgegriffen worden. Als Niedersachsen es zum Schuljahresbeginn 2013/14 für die Schulen verpflichtend machte, habe der Unterricht an seiner Grundschule einfach weiterlaufen können.

Dabei ist die nominierte Grundschule mit 265 Kindern in der Grafschaft Bentheim personell genauso aufgestellt wie die meisten anderen. Es gibt 14 Schulbegleiterinnen, die für die Kinder mit besonderem Förderbedarf zusätzlich zum Lehrer in den Klassen sind. Für die Betreuung in Randstunden und am Nachmittag sind pädagogische Mitarbeiter, Praktikanten und Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr vorhanden. "Das, was uns unterscheidet, ist, dass wir uns schon frühzeitig auf den Weg gemacht haben", sagt Brinker. Schon vor vielen Jahren habe sich das Kollegium ein anderes Selbstverständnis als Lehrer gegeben: Weg vom Frontalunterricht, hin zum Lernbegleiter der Kinder. Das sei ein langer Prozess gewesen.

Es gebe verschiedne Räume, in denen Kinder sich kreativ und eigenproduzierend austoben und ausprobieren können. So zum Beispiel einen Bau- und Konstruktionsraum, in dem nicht nur mathematisch begabte Kinder Spaß haben, sondern sich auch bei Bedarf auch jene mit einem besonderen emotionalen Förderbedarf austoben können. 20 Minuten Frustabbau und anschließend wieder bereit für normalen Unterricht.

Der Deutsche Schulpreis wurde 2006 ins Leben gerufen, um hervorragende Schularbeit bekannter zu machen und Schulen miteinander zu vernetzen, sagt Michael Herm, Sprecher bei der Robert-Bosch-Stiftung. Am Ende sollen alle Schulen sollen von den innovativen Erfahrungen profitieren. Die teilnehmenden Schulen sind Teil eines Netzwerkes, in dem sich auch Lehrer gegenseitig besuchen.

Damit an diesem Erfahrungsschatz auch andere Schulen teilhaben können, sei im vergangenen Jahr sei die Deutsche Schulakademie gegründet worden, die die Vernetzung und die Weiterbildung in die Fläche tragen solle. Über Kooperationen mit den Bundesländern solle es Fortbildungsangebote für Lehrer geben, sagt Herm.

Mehr als 1700 Schulen haben sich seit dem Start vor zehn Jahren beworben. Sie durchlaufen ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren. Ein Team aus Praktikern und Bildungswissenschaftlern bewertet die Schulen in sechs Kategorien. Es geht um Unterrichtsqualität, Schulleben, Vielfalt, aber auch um die Lernerfolge der Schüler, also um Qualität.

Er rechne nicht damit, am Mittwoch in Berlin die 100 000 Euro für den ersten Platz zu gewinnen, sagt Schulleiter Brinker. Das sei aber auch nicht das wichtigste: "Wer es unter die letzten 14 Nominierten gebracht hat, ist eigentlich schon ein Gewinner."

dpa

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