Fähre mit 650 Passagieren sitzt im Nordsee-Watt fest

ARCHIV - Die Fähre zur Nordseeinsel Juist, die MS Frisia II, fährt am 10.03.2015 aus dem Hafen von Norddeich (Niedersachsen). Die Frisia II ist am 05.01.2016 bei der Überfahrt von der Nordseeinsel Juist nach Norddeich im Watt stecken geblieben. Foto: Carmen Jaspersen/dpa (zu lni "Fähre mit 650 Passagieren sitzt im Nordsee-Watt fest" vom 05.01.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Die Frisia II ist bei der Überfahrt von der Nordseeinsel Juist nach Norddeich im Watt stecken geblieben.

Norddeich - Die Fähre „MS Frisia II“ ist bei der Überfahrt von der Nordseeinsel Juist nach Norddeich im Watt stecken geblieben.

Wer derzeit nach Juist oder von der Nordseeinsel aufs Festland will, muss viel Geduld oder Glück haben, oder am besten beides. 650 Passagiere auf der Fähre „MS Frisia II“ schafften am Dienstagfrüh nur die Hälfte der nur wenige Kilometer langen Strecke zwischen Juist und dem Festlandhafen Norddeich Mole. Dann fuhr sich die 63,5 Meter lange Fähre im Schlick fest. Von da an hieß es: Warten auf das nächste Hochwasser am Dienstagabend.

Die „Frisia II“ war um 6.45 Uhr von Juist mit vier weiteren Schiffen der AG Reederei Norden-Frisia in Richtung Norddeich aufgebrochen. „Vier Schiffe haben es mehr oder weniger problemlos geschafft, die Frisia II ist im Schlick aufgelaufen“, sagte der Fahrdienstleiter der Reederei, Ralf Ackermann. Die Lage ist nicht dramatisch. Das Schiff liegt platt auf dem Wattboden. Es besteht keine Gefahr, dass es kippt. Das Fahrgastschiff hat einen Tiefgang von etwas mehr als einem Meter.

„Wir brauchen nur die sprichwörtliche Handbreit Wasser unterm Kiel. Dann könnten wir uns mit Motorenkraft freischwimmen“, hofft Ackermann. „Da könnte das Hochwasser gerade so reichen.“ Es herrscht derzeit noch Ostwind, der das Wasser seewärts drückt. Da fällt das Hochwasser schon mal niedriger aus. Es könnte also Millimeter-Arbeit werden, denn immerhin wiegt das Schiff einige hundert Tonnen.

Nicht nur der Weg von Juist ans Festland ist derzeit nur mit Glück zu bewältigen. Auch umgekehrt ist es schwierig. Es gibt auch Inselbewohner, die am Festland gestrandet sind. „Wir sind seit Sonntag hier. Die Flüge nach Juist sind komplett gestrichen. Wir warten nun auf Tauwetter“, sagt Gisela Reuter (58), die auf Juist als Verwaltungsangestellte arbeitet. Sie und ihr Lebensgefährte Ulrich Paul (65) hatten dabei noch Glück und bekamen ein Zimmer im gediegenen Hotel Reichshof in Norden, unweit von Norddeich.

Das Hotel ist fast ausgebucht, auch durch viele Juist-Rückkehrer, die noch auf ihr Gepäck warten, das auf der „Frisia II“ verstaut ist. Die Inselflieger, die bei normalen Wetterbedingungen fast stündlich den Fünf-Minuten-Flug von Norddeich nach Juist absolvieren, warten auf Wetterbesserung. „Derzeit geht nichts. Die Start- und Landebahn ist völlig vereist“, hieß es bei den Inselfliegern. Am Donnerstag oder Freitag soll es wärmer werden. Dann dürften auch die letzten Juist-Touristen längst wieder zu Hause sein.

dpa

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