Verschwundene Familie aus Drage

Toter könnte vermisster Familienvater sein - Fahrrad gefunden

Drage/Lauenburg - Die Hinweise verdichten sich: Bei dem am Freitag in Lauenburg aus der Elbe geborgenen Toten könnte es sich um den seit mehr als einer Woche vermissten Familienvater aus Drage handeln.

Die nach dem Verschwinden der dreiköpfigen Familie eingerichtete Soko prüfe einen möglichen Zusammenhang. „Derzeit sprechen einige Indizien dafür, dass es sich bei dem Verstorbenen um den 41-Jährigen aus Drage handelt“, teilte Polizeisprecher Jan Krüger am Nachmittag mit. „Eine eindeutige Identifizierung ist erst im Rahmen einer Obduktion möglich“, betonte er. Die solle noch am Abend stattfinden.

„Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nach jetzigen Erkenntnissen nicht“, hatte zuvor bereits Sonja Kurz von der für Lauenburg zuständigen Polizeidirektion Ratzeburg mitgeteilt. Die Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg übernommen, auch das ist ein Hinweis auf den Zusammenhang mit der vermissten Familie. Sollte sich die Identität bestätigen, bekämen die Ermittlungen eine konkrete Richtung, sagte Krüger. „Ein erweiterter Suizid wird dadurch wahrscheinlicher„, befürchtete er. „Zum Aufenthaltsort der Ehefrau und der zwölfjährigen Tochter gibt es leider immer noch keine neuen Hinweise.“

Der 41-Jährige war am Donnerstag vergangener Woche das letzte Mal im Auto der Familie bei Drage gesehen worden. Die Spuren seiner Ehefrau und der Tochter verlieren sich bereits am Mittwoch. Seitdem waren auch Suchhunde und ein Hubschrauber im Einsatz, Taucher suchten im Fluss. Seit die Suche in der unmittelbaren Umgebung von Drage eingestellt wurde, konzentrieren sich die Ermittlungen auf Zeugen wie Arbeitskollegen, Nachbarn, Freunde und Verwandte. „Von der Familie haben uns die Zeugen ein eher unauffälliges Bild beschrieben“, sagte Krüger am Freitag. Man könne weder einen Unfall noch eine Gewalttat ausschließen, hatte Krüger am Donnerstag betont. Ein spontaner Kurzurlaub sei äußerst unwahrscheinlich, hieß es wiederholt.

Am Mittwoch vergangener Woche haben in Niedersachsen die Sommerferien begonnen. Lauenburg liegt rund 20 Kilometer stromaufwärts auf der schleswig-holsteinischen Seite. Bei Artlenburg wurde unweit der Brücke von Lauenburg ein grünes Herrenrad gefunden, wie es die Polizei sucht. „Die Ermittlungen ergaben jedoch, dass es sich nicht um das gesuchte Rad handelt“, teilte Krüger am Nachmittag mit.

Der Leichnam war in Lauenburg aus der Elbe geborgen worden. Anwohner hätten ihn in Ufernähe treiben sehen und die Polizei verständigt, hieß es in einem „SHZ“-Online-Bericht. Die Leiche sei mit einem etwa 25 Kilogramm schweren Betonklotz beschwert gewesen. Nach Einschätzung des Notarztes müsse der Tote bereits mehrere Tage im Wasser gelegen haben. Der Leichnam wurde laut „SHZ“ nur etwa 400 Meter von der Elbbrücke in Lauenburg entfernt geborgen, einer der wenige Brücken über den Fluss in der Region. dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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