Betrieb vor einer Woche eingestellt

Braunkohlekraftwerk Buschhaus geht vom Netz

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Helmstedt - Das Braunkohlekraftwerk Buschhaus im niedersächsischen Landkreis Helmstedt macht vorläufig dicht und dient als bundesweit erstes Kraftwerk ab Samstag nur noch als Sicherheitsreserve. Um diesen Schritt vorzubereiten, sei der Betrieb bereits vor einer Woche eingestellt worden, sagte eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Helmstedter Revier GmbH am Freitag.

Damit schließt das erste von bundesweit acht Kraftwerken vorläufig die Tore. So will es das novellierte Strommarktgesetz der Bundesregierung aus dem Jahr 2015. Die Reform war nötig geworden, damit der Bund seine Klimaschutzziele bis 2020 einhalten kann. 

Standorte können in elf Tagen zurück ans Netz geholt werden

Deshalb nahm sich die Regierung im vergangenen Jahr den als besonders klimaschädlich geltenden Braunkohlebergbau vor. Bis 2019 soll das letzte der acht Kraftwerke vorzeitig vom Netz - aber nicht sofort. Jeweils vier Jahre lang laufen sie als Sicherheitsreserve mit Minimalbetrieb weiter, bevor endgültig Schluss ist. Im Falle von Versorgungsengpässen am Strommarkt können die Standorte innerhalb von elf Tagen zurück ans Netz geholt werden. Zudem bleibt so Zeit, Arbeitsplätze sozialverträglich abzubauen. Auch die Gewerkschaften hatten sich deshalb für den Deal eingesetzt. 

1,6 Milliarden Euro an Energiekonzerne

Den lässt sich der Bund einiges kosten. Die drei betroffenen Energiekonzerne Mibrag sowie RWE und Vattenfall erhalten für den Minimalbetrieb insgesamt 1,6 Milliarden Euro. Damit sollen Ertragsausfälle und Mehrkosten vergütet werden. Umweltverbände wie der BUND und die deutsche Klima-Allianz sprechen deshalb von einer „Mogelpackung". Fünf der acht Standorte wären ohnehin bald vom Netz gegangen - auch ohne das Geld der Bundesregierung. „Buschhaus kann schon seit letzter Woche nicht mehr wirtschaftlich mit Braunkohle versorgt werden, weil der dazu gehörige Tagebau leer ist", sagte etwa BUND-Energiebeauftragte Tina Löffelsend am Freitag. „Nun zahlen die Stromkunden vier Jahre lang für eine Stilllegung, die ohnehin erfolgt wäre." 

„Der Tagebau ist ausgekohlt"

Tatsächlich räumt auch die Buschhaus-Betreibergesellschaft ein, dass aus dem Schöninger Tagebau nichts mehr zu holen ist. „Der Tagebau ist ausgekohlt", sagte eine Sprecherin der Mibrag-Tochter. „Aber der Betrieb im dortigen Kraftwerk wäre natürlich trotzdem weiter gelaufen." Die Kohle würde dann aus Profen im mitteldeutschen Bergbaugebiet geliefert. Kritiker bezweifeln das. Der Transport der Kohle über weite Strecken würde sich auf Dauer nicht rechnen. Die Stilllegung des Kraftwerks Buschhaus wäre daher nur eine Frage der Zeit gewesen.

dpa

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