CDU nominiert Spitzenkandidaten

Landtagswahl 2018: Althusmann tritt gegen Weil an

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Bernd Althusmann (l.) wird CDU-Spitzenkandidat.

Hannover - Die CDU geht mit dem früheren Kultusminister Bernd Althusmann (49) als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2018. Das gaben Parteivorstand und Landtagsfraktion am Samstag nach einer gemeinsamen Sitzung in Hannover bekannt.

„Bernd Althusmann ist unserer Meinung nach der beste Spitzenkandidat, um die CDU in Niedersachsen wieder in die Regierungsverantwortung zu führen“, sagte Parteichef David McAllister. Er solle auch für das Amt des Landesvorsitzenden antreten.

Althusmann dankte dem Landesvorstand und der Fraktion für die einmütige Unterstützung und das klare Votum, ihn für beide Ämter vorzuschlagen. „Diese Herausforderung nehme ich an, sie ist Verpflichtung, Lust und Last zugleich, vor allem aber ist sie eine große Ehre“, sagte der Politiker. Er könne zwar keine Wunder vollbringen, aber hart arbeiten.

McAllister sagte, Althusmann habe aus einer Reihe denkbarer Kandidaten besonders hervorgestochen. Der frühere Bundeswehroffizier sei in der Landes- und Parteipolitik erfahren, habe Regierungsverantwortung getragen und bringe zudem einen internationalen Blickwinkel mit. „Bernd Althusmann ist aus meiner Sicht ein Vollprofi, der sich mit Leidenschaft und Augenmaß für die Politik einsetzen wird.“

Auf die Frage, warum die CDU ihren Spitzenkandidaten nicht per Urwahl bestimmt habe, sagte McAllister, dies hätte man überlegt, wenn es zwei Kandidaten gegeben hätte. Man habe sich aber auf einen Kandidaten geeinigt, und zwar einstimmig. Die letzte Entscheidung treffe ohnehin der Landesparteitag. Dieser soll am 26. November in Hameln zusammenkommen. Die Landtagswahl findet Anfang 2018 statt.

Kritik an diesem Verfahren übte die SPD. Die CDU-Führung beweise bei der Benennung von Althusmann ein weiteres Mal, wie wenig ihr die Mitbestimmung ihrer Mitglieder bedeute, sagte SPD-Generalsekretär Detlef Tanke. „Schon vor Wochen stand seine Nominierung fest.“ Landtagspräsident Bernd Busemann habe sie bereits verkündet. Nun folge erst im Nachgang der Landesvorstand. Das wirke holprig.

Über den Tellerrand Niedersachsens geschaut

Althusmann sagte mit Blick auf seine dreijährige Erfahrung als Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Namibia, er habe über den Tellerrand Niedersachsens geschaut, dies werde sein zukünftiges Handeln bestimmen. „In den kommenden Wochen werde ich viel zuhören.“ Für Niedersachsen sei wichtig, dass der ländliche Raum nicht abgehängt werde. Dazu gehöre auch eine flächendeckende digitale Anbindung. Wichtig sei auch die Schulpolitik, so der ehemalige Kultusminister. Die Qualität des Unterrichts müsse verbessert werden. „Eine Schulstrukturdebatte brauchen wir aber nicht.“

Die Entscheidung von Vorstand und Fraktion am Samstag kam nicht überraschend: Althusmann war in den vergangenen Wochen als aussichtsreichster Kandidat gehandelt worden. Der 49-Jährige war vor gut drei Monaten aus Afrika zurückgekehrt und arbeitet seitdem als Personalberater. Von 1994 bis 2009 gehörte er dem Landtag in Hannover an. Danach war er zunächst Staatssekretär im Kultusministerium, ehe ihn der damalige Ministerpräsident Christian Wulff 2010 zum Ressortchef machte.

Beim Landesparteitag in Hameln wird Noch-Parteichef McAllister nicht wieder antreten. Er steht seit 2008 an der Spitze der Landes-CDU, von 2010 bis 2013 war er Nachfolger von Christian Wulff als Ministerpräsident.

dpa

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