Banden schwer zu fassen

Aggressive Bettler werden zum Ärgernis für Passanten

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Städte nehmen organisierte Bettler ins Visier.

Hannover/Bremen - Professionell agierende Banden betteln Städten wie Hannover oder Bremen immer wieder aggressiv um Geld. Dabei setzen sie auch Kleinkinder oder Tiere ein. Für Polizei und Hilfsorganisationen sind sie schwer zu fassen.

Aggressive Bettler werden in Großstädten wie Hannover und Bremen zunehmend zum Problem. "Oft sind es Drogenabhängige mit Suchtdruck, die sehr offensiv auf die Leute zugehen", sagt Sozialarbeiter Jonas Pot d'Or vom Verein für Innere Mission in Bremen. Immer häufiger seien aber auch professionell agierende Banden äußerst zudringlich, setzten Tiere oder Kleinkinder als Lockmittel ein oder simulierten Verletzungen und Behinderungen, heißt es von der Polizei in Bremen.

Auch in Hannover ist das Problem bekannt. "Das ist jahreszeitlich bedingt", sagte der Sprecher der Bundespolizei Hannover, Martin Ackert. Vor allem in den Sommermonaten und vor Weihnachten würden sich die Beschwerden häufen.

Betteln im öffentlichen Raum ist allerdings nur dann eine Ordnungswidrigkeit, wenn es sich um eine aggressive Form handelt. Das sei jedoch schwer nachzuweisen, sagt der Sprecher der Bundespolizei. "Wir sprechen dann in der Regel einen Platzverweis aus." Sobald mit Kindern gebettelt werde, schreite die Polizei aber sofort ein.

Professionelle Bettler-Banden sind nicht nur für die Polizei, sondern auch für Hilfsorganisationen schwer zu fassen. "Die gehören nicht zu unserer Klientel, auch wenn sie dringend Hilfe benötigen", sagt die Leiterin der zentralen Beratungsstelle der Diakonie in Hannover, Nadine Haandrikman-Lampen. Die Menschen würden mit Bussen in die Innenstädte transportiert, bettelten dort einige Stunden und führen dann in die nächste Stadt. "Da können wir nicht tätig werden."

Am Hauptbahnhof in Hannover warnte die Bahn kürzlich vor aufdringlicher Hilfesuche, weil es vermehrt Beschwerden von Passanten gegeben hatte. Anders als auf der Straße ist das Betteln in der Bahn und am Bahnhof strikt verboten. "Wer sich daran nicht hält, bekommt Hausverbot", sagte eine Sprecherin der Bahn.

Die aggressive Bettelei ist auch für Obdachlose zunehmend ein Problem, erklärt Streetworker Jonas Pot d'Or in Bremen. "Die Obdachlosen profitieren von passivem Betteln und haben Stammkunden. Sie sitzen friedlich am Straßenrand, beziehen vielleicht Hartz IV und wollen wiedererkannt werden. Doch meistens werden nur die aggressiven Bettler wahrgenommen und bleiben im Gedächtnis." Die Zahl der Bettler in Bremens Innenstadt nehme zu, in den Wintermonaten sei die Konkurrenz besonders hoch. "In der Vorweihnachtszeit kommen Leute, die man das ganze Jahr eigentlich nicht sieht", sagt der Streetworker.

"Es gibt Obdachlose, die Hilfe von uns gerne annehmen und solche, die wir nicht erreichen können", sagt Axel Brase-Wentzell vom Verein für Innere Mission in Bremen. Vor allem Osteuropäer, die keine Sozialleistungen beziehen, schotteten sich regelrecht ab.

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