Würdigung für einen sozial ausgerichteten Unternehmer

Ausstellung „Von Lemförder zu ZF“ zeigt die Entwicklung des Unternehmens

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Mit dem Durchschneiden des roten Bandes erklärten (v.l.) Jan Kenneweg, Andrea Henning, Michael Hankel, Uwe Coßmann und Jürgen Bunge die Ausstellung in Dielingen für eröffnet. 

Dielingen - „Keine Zukunft ohne Herkunft. Aufarbeitung von Geschichte und Traditionen sind für die Entwicklungen der Zukunft von zentraler Bedeutung“, machte Michael Hankel am Donnerstag deutlich. Das Vorstandsmitglied der ZF Friedrichshafen AG erinnerte im Rahmen der Einweihungsfeier einer Ausstellung daran, dass weitsichtige Entscheidungen von Dr. Jürgen Ulderup bis heute wirken und dem Unternehmen die Chance bieten, sich zu entwickeln.

An das unternehmerische Engagement Ulderups sowie die Gründung der ZF-Standorte in der Dümmer-Region erinnert die Ausstellung „Von Lemförder zu ZF: Innovative Fahrwerktechnik seit 1947“, die jetzt eröffnet wurde. Viele Exponate und zeithistorische Dokumente skizzieren am ZF-Standort in Dielingen die wirtschaftliche und technische Entwicklung des Konzerns, der 1947 als Lemförder Metallwaren Gesellschaft startete und seit nunmehr 13 Jahren zu 100 Prozent in Besitz der ZF ist. „Es begann mit wenigen Mitarbeitern im Stemweder Berg“, berichtete Uwe Coßmann als Leiter der Division Pkw-Fahrwerktechnik. Es folgte eine schnelle Expansion: Der Betrieb, der mit der Herstellung von Alltagsgegenständen startete und sich zum Produzenten der Automobilindustrie entwickelte, eröffnete zwischen den 50er- und 90er-Jahren seine Standorte in Dielingen, Wagenfeld, Damme und Diepholz. Auch mit Partnern im Ausland schloss Dr. Jürgen Ulderup Verträge – 1968 wird Lemförder Metall Argentina in Buenos Aires das erste internationale Standbein.

Mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben würdigten die Festredner bei der Feier das Wirken Ulderups „als zentrale Figur des Unternehmens“, so Andrea Henning, Leiterin des Multidivisionsstandorts Lemförde. Hankel ging in erster Linie auf die Fusion ein, bei der „Unternehmenskulturen verheiratet wurden, die das Beste aus beiden hervorbrachte“. „Mit der Integration von Lemförder in den ZF-Konzern sicherte sich Ulderup 1984 sein unternehmerisches Erbe“, schilderte Hankel und lobte die Übergabe von Verantwortung als „schlaue Entscheidung“.

Bis heute seien noch Relikte der Lemförder Metallwaren vorhanden – wie die Eule als Firmensymbol. Diese, so führte Uwe Coßmann aus, stehe für hohe Qualität und gesellschaftliche Verantwortung. Das Engagement des „sozial ausgerichteten Unternehmers Dr. Jürgen Ulderup“ rief Jürgen Bunge als Leiter des Standortbetriebsrates den Gästen in Erinnerung. „Er hat im Kleinen wie im Großen gewirkt und geholfen“, sagte Bunge mit Blick auf Geschenke für die Mitarbeiter sowie auf die bis heute bestehende Lemförder Unterstützungskasse, die Mitarbeiter in Notsituationen hilft.

Heute lautet das ZF-Motto „See, think, act“. Michael Hankel erklärte dazu: „Wir nehmen Infos auf, ziehen Schlüsse und entwickeln Lösungen.“ Dabei achte man darauf, die Anforderungen der Kunden zu erfüllen und intelligente mechanische Systeme zu entwickeln, so Hankel.

Zukunft spielt eine zentrale Rolle in der Ausstellung, in der Besucher an neun Exponaten die Historie des ZF-Konzerns nachlesen und vor allem interaktiv nachempfinden. So haben Zeitzeugen Geschichten aufgenommen, die auf Knopfdruck und mit englischem Untertitel abgespielt werden. In Schubladen liegen Dokumente, die an Entscheidungen der Ulderup-Familie erinnern und sogar den original Schreibtisch des Stemweder Unternehmers haben Mitwirkende in der Ausstellungshalle in Dielingen aufgebaut.

Coßmann sagte über die zukünftige Verpflichtung der insgesamt 3 500 ZF-Mitarbeiter in der Dümmer-Region: „Mit unseren Innovationen sowie Engagement im Ausbildungsbereich sichern wir den Fortbestand von Ulderups Lebenswerk.“ Immerhin werden dem Fahrwerktechnik-Leiter zufolge sieben Milliarden Euro in der Region verantwortet. Die ZF wolle nicht stehen bleiben, sondern sich der Zukunft widmen, so Bunge in seiner Ansprache.

Mit der Ausstellung wird dem Unternehmer Ulderup ein Denkmal gesetzt. „Von Lemförder zu ZF“ dient aber nicht nur den Mitarbeitern als Erinnerung an die Firmengeschichte, sondern soll auch potentiellen Mitarbeitern einen Einblick in den Konzern geben. „Auszubildende profitieren von der Ausstellung, weil sie alle Infos gebündelt bekommen“, sagte Jan Kenneweg. Sein erster Kontakt zur ZF war 2008, als er als 14-jähriger Schüler ein Praktikum am Standort in Wagenfeld absolvierte. Inzwischen hat der junge Mann seine Ausbildung zum Industriekaufmann abgeschlossen und ist dualer Student.

In der kommenden Woche sind die Exponate allein den ZF-Mitarbeitern vorbehalten. Die Ausstellung ist anschließend nach Absprache mit Nicole Weber, Leiterin der Unternehmens- und Wirtschaftskommunikation, für externe Besucher geöffnet. Termine können unter Telefon 05474/602190 abgesprochen werden. - abo

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