Heinrich Rennegarbe feiert 90. Geburtstag

„Wir können uns nicht beklagen“

Heinrich Rennegarbe feiert heute seinen 90. Geburtstag und ist froh, diesen mit seiner Frau Elfriede und seiner Familie verbringen zu dürfen. Das Dielinger Ehepaar ist sich einig: „Wir können uns nicht beklagen.“ - Foto: Bokelmann

Dielingen - Nach vielen Jahren harter Arbeit in der Landwirtschaft, diversen Krankenhausaufenthalten und bewegenden Erlebnissen „machen wir uns jetzt einen ruhigen Lebensabend“, sagt Heinrich Rennegarbe. Heute feiert der Dielinger seinen 90. Geburtstag im Kreis seiner Familie und ist vor allem dankbar, dass er diesen Tag gemeinsam mit seiner Ehefrau Elfriede erleben darf.

Heinrich Rennegarbe lebt bis heute auf dem Hof, auf dem er am 13. September 1926 das Licht der Welt erblickte. Er war das jüngste von insgesamt sieben Kindern – zwei Schwestern und vier Brüder gab es noch – und damit nach alten Traditionen der Erbe der Landwirtschaft. Nach dem Besuch der Volksschule in Dielingen und der Konfirmation im Jahr 1941 stieg er im elterlichen Betrieb ein. Auf dem Mischbetrieb mit Milchvieh und Sauen gab es immer etwas zu tun. Heinrich Rennegarbe übernahm mit 16 Jahren den Fahrdienst für den Milchwagen. „Am Anfang bekam ich einen Helfer, weil ich so schmächtig war“, erinnert sich der Dielinger.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurde Rennegarbe zunächst vom Wehrdienst freigestellt, weil bereits seine Brüder an der Front waren. „Am 5. März 1944 wurde ich dann eingezogen“, sagt Rennegarbe, als habe sich das Datum in sein Gedächtnis gebrannt. Für den jungen Mann ging es dann zur Marine: Er wurde auf einem Minensuchboot in Dänemark eingesetzt. Das Kriegsende erlebte Rennegarbe daher im Hafen von Kopenhagen. Doch auch nach Kriegsende wurde er verpflichtet, zwei weitere Jahre nach Minen zu suchen.

Im Juni 1946 kehrte Rennegarbe nach Dielingen zurück und stieg wieder in die Landwirtschaft ein. „Dann lernte ich eine Frau kennen“, blickt Rennegarbe zurück. Mit Elfriede Rennegarbe, geborene Reitmeyer, verlobte er sich 1952 und am 29. Oktober 1954 läuteten in der St. Marienkirche die Hochzeitsglocken. „Uns wurden zwei Söhne geschenkt“, freut sich Heinrich Rennegarbe über seine Familie, zu der inzwischen auch zwei Enkel gehören. Sowohl der älteste Sohn Heinz als auch Hartmut mit seiner Frau Sabine wohnen mit den Senioren auf dem Hof in Dielingen. Den Hof hat Heinrich Rennegarbe vor mehr als 30 Jahren an seinen ältesten Sohn verpachtet.

Bienen waren große Leidenschaft

Dort hatte Rennegarbe viele Jahre 24 Bienenstöcke, es gab eigenen Honig. „Seinen Mittagsschlaf hat er zwischen den Bienen gehalten“, sagt Elfriede Rennegarbe über die große Leidenschaft ihres Mannes, die er aufgrund von Rücken- und Knieproblemen schließlich aufgeben musste.

„Früher haben wir alle Lebensmittel selbst gemacht. Die ganze Truhe war voll“, ergänzt die 85-jährige Elfriede Rennegarbe – heute machen sie noch Himbeeren ein, ernten Tomaten oder Weintrauben. „Wir können uns nicht beklagen“, meint das Ehepaar, nachdem sich beide von schweren Krankheiten erholt haben. „Ich bete jeden Tag für unser Glück“, sagt Elfriede Rennegarbe. - abo

Mehr zum Thema:

40 Jahre „Break Out“ - Party in Asendorf

40 Jahre „Break Out“ - Party in Asendorf

„Tabaluga“-Tour „Es lebe die Freundschaft“ in Bremen

„Tabaluga“-Tour „Es lebe die Freundschaft“ in Bremen

Neue Kinderkrippe in Barnstorf eingeweiht

Neue Kinderkrippe in Barnstorf eingeweiht

Auto stürzt in Hamburg in die Elbe: 20-Jähriger tot

Auto stürzt in Hamburg in die Elbe: 20-Jähriger tot

Meistgelesene Artikel

Kirchplatzatmosphäre sorgt für besondere Träume

Kirchplatzatmosphäre sorgt für besondere Träume

Feuer-Spektakel und Amaretto mit Sahnehäubchen

Feuer-Spektakel und Amaretto mit Sahnehäubchen

Ärztehaus: Grundstein liegt

Ärztehaus: Grundstein liegt

Tastatur und Unterlage fangen Feuer

Tastatur und Unterlage fangen Feuer

Kommentare