Ratsherr Dietmar Meier fordert Landrat Niermann zum Umdenken auf

Weniger Kommissariate kein Qualitätsgewinn

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Dietmar Meier kritisiert die geplante Schließung der Kriminalkommissariate.  

Stemwede - Das Thema Polizei ist im Kreis Minden-Lübbecke seit vielen Monaten ein sehr heikles. Die Ankündigung von Landrat Dr. Ralf Niermann im September nächsten Jahres die Kriminalkommissare in Lübbecke und Bad Oeynhausen zu schließen und die Beamten in Minden zu zentrieren, sorgte im Frühjahr für einige Diskussionen. Im Altkreis Lübbecke und insbesondere in Stemwede habe diese Nachricht allerdings keine spürbaren Reaktionen ausgelöst, bedauerte CDU-Ratsherr Dietmar Meier während der jüngsten Sitzung des Rates. Der frühere Kriminalhauptkommissar nutzte darum die Gelegenheit, um die Entscheidung der Kreispolizeiführung kritisch zu hinterfragen.

Er bezeichnete die Schließung der Kommissariate und die Schließung der Wache in Bad Oeynhausen außerhalb der normalen Dienstzeiten als Zumutung für die Bürger und hob die Wichtigkeit der Polizeipräsenz im Altkreis hervor.

Landrat Niermann hatte den Schritt im Wesentlichen mit rückläufigem Personal begründet. „Ich denke, dass die Entscheidung des Landrats Dr. Niermann nach nicht mehr zufreffenden beziehungsweise überholten Vorgaben getroffen worden ist, nämlich vor dem Hintergrund eines erheblichen Personalabbaus bis 2023 durch Pensionierung“, so Meier. Unter den genannten Bedingungen hätte der CDU-Mann die Schließung der Kommissariate nachvollziehen können. Allerdings könne nach heutiger Beurteilung der Personalentwicklung bei der Polizei nicht mehr von einem erheblichen Personalabbau die Rede sein. Meier verwies darauf, dass derzeit jährlich etwa 2 100 Polizeianwärter eingestellt werden, von denen zwar in erster Linie die Metropolen an Rhein und Ruhr profitierten, „aber man sicherlich auch in der Fläche personellen Nachersatz erwarten“, ist Meier überzeugt.

Zumutung für Zeugen, nach Minden zu fahren

Das Argument der höheren Qualität der Polizeiarbeit durch Zentralisierung zieht er in Zweifel. Zum einen seien Kommissare vor Ort besser mit den örtlichen Gegebenheiten und Tätern vertraut, zum anderen sei es zweifelhaft, dass sich ein Kommissar aus Minden bei kleineren Delikten etwa auf den weiten Weg nach Stemwede mache, um den Tatort persönlich zu inspizieren. Zudem sei es eine Zumutung für Zeugen, nach Minden zu fahren, um ihre Aussage zu machen.

In der Hoffnung auf eine breite politische und parteiübergreifende Unterstützung bat Meier Bürgermeister Kai Abruszat in der Sitzung, sich mit den Bürgermeistern des Altkreises Lübbecke und Bad Oeynhausens abzustimmen, um sich beim Landrat geschlossen gegen den Abzug der Polizeikräfte aus der Fläche einzusetzen. 

mer

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