Besserer Schutz des Rahdener Trinkwassers gefordert 

Weher kritisiert Nitratwerte

Spezielle Anlagen befördern das Wasser aus den unterirdischen Brunnen in die Aufbereitungsanlagen des Wasserwerks in Wehe. Ludger Ellers und seine Mitarbeiter kontrollieren diese regelmäßig. - Archivfoto: Bokelmann

Rahden - Von Melanie Russ. Ungewöhlich großen Raum nahm die Bürgerfragestunde zu Beginn der Rahdener Ratssitzung am Donnerstagabend ein. Detlef Brandenburger, Weher Bürger, forderte von Verwaltung und Politik nachdrücklich einen besseren Schutz des Rahdener Trinkwassers. Zwei der sechs Brunnen wiesen einen zu hohen Nitratgehalt auf, zudem seien zwei weitere Brunnen außer Betrieb, weil sie gereinigt werden müssten, so dass der Stadt nur zwei Brunnen zur Trinkwassergewinnung zur Verfügung ständen, bemängelte er.

Besonderes Sorgenkind der Stadt ist der Brunnen eins am Wasserwerk, der seit Jahren einen deutlich zu hohen Nitratgehalt aufweist. Zuletzt wurden mehr als 50 Milligramm je Liter Wasser gemessen und damit der zulässige Grenzwert überschritten. Brandenburger führt den hohen Wert auf die Landwirtschaft und ihre Düngepraxis zurück, schließlich befinde sich direkt gegenüber des Brunnens eine landwirtschaftliche Fläche. Ein Zusammenhang ist nach Ansicht Brandenburgers offensichtlich. Woher sonst solle das Nitrat kommen? In der Natur komme es in dieser Menge nicht vor.

Ganz so einfach ist die Sache laut Ludger Ellers, im Bauamt für das Wasserwerk zuständig, nicht. Er verwies auf die Brunnen vier und fünf, die mitten in landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen und dennoch extrem niedrige Nitratwerte aufweisen. Durch die Aufbereitung im Wasserwerk, bei der das Wasser aller Brunnen vermischt wird, sei die Trinkwasserqualität in Rahden trotzdem sehr gut und besser als in fast allen Kommunen der Region, stellte Ellers klar.

Gemäß der Trinkwasserverordnung wird das Rahdener Trinkwasser regelmäßig von einem Fachlabor chemisch untersucht. Bei der letzten Überprüfung im Oktober wurde ein Nitratwert von 30 Milligramm je Liter festgestellt. Das Ergebnis der Analyse ist auf der Internetseite des Wasserwerks einsehbar.

Woher das viele Nitrat in Brunnen eins kommt, weiß die Verwaltung nicht. Es lasse sich aber nicht nachweisen, dass eine übermäßige Düngung die Ursache sei. Nach seiner Kenntnis und der der Kreisverwaltung düngten die Landwirte angemessen und der Trinkwasserschutzverordnung entsprechend, so Ellers. Diese Verordnung würde Brandenburger gerne geändert wissen. Andere Kommunen würden in der Schutzzone zwei das Ausbringen von Gülle ganz verbieten. In Rahden sei das leider nicht so. Laut Ellers sind Gespräche mit den Landwirten über einen freiwilligen Verzicht auf Düngung in der Schutzzone zwei geplant.

Heinz Grundmann, Landwirt und Weher Ortsvorsteher, reagierte empört auf die Darstellung Brandenburgers, die Landwirte seien für den hohen Nitratgehalt verantwortlich. „Ich gehe davon aus, dass das eine Unterstellung ist. Ich möchte das gerne kontrolliert haben bis aufs Letzte“, stellte er einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung. Stelle sich heraus, dass das Nitrat aus der Landwirtschaft komme, müsse sie dafür einstehen, seien andere dafür verantwortlich, müssten sie zur Rechenschaft gezogen werden. Er bemängelte, dass zwar auf landwirtschaftlichen Flächen Proben genommen würden, nicht aber im Siedlungsgebiet im Schutzgebiet eins. Grundmann ist davon überzeugt, dass seine Berufskollegen verantwortungsvoll düngen und der Eintrag in der obersten Erdschicht von den Pflanzen verwertet wird.

Carsten Zimmermann (FWG) unterstützte Grundmanns Antrag. Ein Fachmann müsse nach der Ursache des Nitrats suchen. Friedrich Schepsmeier kündigte in diesem Zusammenhang eine Veranstaltung zum Thema „Wir kann die Trinkwasserqualität in Rahden gesichert werden?“ an, die am 15. Februar in Wehe geplant ist.

www.rahden-eigenbetriebe.de

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