Projekt „Stemwede inklusiv“ noch nachhaltiger gestalten

Vielfältige Angebote geben Selbstbewusstsein

Franziska Bachhofer aus Stemshorn betreut seit anderthalb Jahren das Projekt „Stemwede inklusiv“ und freut sich über die engagierten Vereine und Ehrenamtlichen in Stemwede, die es ermöglichen, dass Menschen mit Behinderungen bei Veranstaltungen und Trainingsabenden dabei sind. - Foto: Bokelmann

Stemwede - Von Anika Bokelmann. Aufeinander zugehen, an der Gemeinschaft teilhaben und zusammen Freizeitstrukturen entwickeln. Diese Ziele stecken hinter dem Projekt „Stemwede inklusiv“. Gerade ist Halbzeit bei dem auf drei Jahre angelegten Pilotprojekt, das aus einer Kooperation zwischen der Lebenshilfe Lübbecke, dem Verein für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) in Stemwede und dem TuS Stemwede entstanden ist. Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt Projektkoordinatorin Franziska Bachhofer auf die vergangenen Jahre zurück und formuliert ihre Zukunftswünsche.

Aus einer Idee sind konkrete Veranstaltungen geworden und es ist inzwischen ein großes Netzwerk entstanden, berichtet Bachhofer. Die Angestellte der Lebenshilfe Lübbecke betreut „Stemwede inklusiv“ und ist Ansprechpartnerin für die Menschen mit Behinderung und die Vereine aus Stemwede. „Da die Gemeindeverwaltung mir ein Büro im Leverner Rathaus zur Verfügung stellt, bin ich direkt vor Ort“, bedankt sich die Sozialpädagogin für die Unterstützung und den guten Kontakt zur Verwaltung.

Zum Hintergrund des Projekts sagt Bachhofer: „Die Lebenshilfe ist in der Flächengemeinde bekannt und hat bereits Fuß gefasst. Neben den vielen Menschen mit Behinderungen gibt es in Stemwede starke Vereine und Organisationen, die sich engagieren wollten“, weiß die 28-Jährige. Genau dort setzt „Stemwede inklusiv“ an.

Netzwerk aus 20 Partnern

Was im Mai 2015 aus einem Dreier-Zusammenschluss entstand, ist heute ein Netzwerk von rund 20 Partnern, die verschiedene Angebote im Sinne der Inklusion ins Leben gerufen haben. Als gelungene Beispiele nennt die Koordinatorin das Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier, den Infostand auf dem Stemweder Open Air und die Mitgliedschaft einiger Menschen mit Behinderungen in den heimischen Sportvereinen.

Allerdings habe sie sich von anfänglichen Vorstellungen verabschieden müssen, so Bachhofer. „Es funktioniert nicht alles“, sagt die Projektkoordinatorin und nennt als Gründe unter anderem die Infrastruktur in Stemwede, „die der Umsetzung im Weg steht“. So sei es schwierig für die Akteure, zu Veranstaltungen zu gelangen. Auf der anderen Seite seien die Menschen mit Behinderung es oft nicht gewohnt, selbstständig über ihr Freizeitangebot zu entscheiden und Freiräume zu füllen. Bei Unsicherheiten ist Franziska Bachhofer aber eine gute Bezugsperson und so begleitet sie ihre Schützlinge von Zeit zu Zeit zu Treffen mit Vereinen.

Als „äußerst vielseitig“ beschreibt Franziska Bachhofer ihre Arbeit an dem Projekt. Während sie zu Beginn viele Vereine aufgesucht hat, um eine Basis zu schaffen und die Strukturen bei den Freizeitangeboten überhaupt erst kennenzulernen, liegt der Schwerpunkt ihr zufolge inzwischen mehr im Planen und Durchführen von Veranstaltungen. „Bei den vielen Treffen zu Beginn sind zahlreiche Ideen entstanden“, freut sich Bachhofer und weiter betont sie: „Einige hatten auch schon konkrete Vorschläge oder Vorarbeit geleistet“, sagt die Sozialpädagogin mit Blick auf den Lebenshilfe-Cup des TuS Stemwede und das Café-House im Life House in Wehdem.

„Was gut klappt, wird wiederholt“, lautet das Prinzip bei „Stemwede inklusiv“. Das schließe aber nicht aus, weiter die Augen offen zu halten und Neues auszuprobieren, unterstreicht Bachhofer. Zuletzt seien neue Kontakte zur Stemweder-Berg-Schule und den Landfrauen entstanden, als dort ein gemeinsames Kochen mit der Lebenshilfe angeboten wurde, erinnert die 28-Jährige.

Demnächst sollen auch die Kindergärten in Levern und Niedermehnen in das Projekt eingebunden werden. verrät Bachhofer. Am Sonntag, 6. November, gibt es dann auch den nächsten Spielenachmittag – ab 14.30 Uhr können Interessierte im Gemeindehaus in Haldem verschiedene Gesellschaftsspiele testen. Dazu laden der CVJM Dielingen-Haldem, die Jugendförderung der Gemeinde Stemwede und die Lebenshilfe ein.

Am besten funktionieren laut Franziska Bachhofer Mitmach-Angebote. Dabei erinnert sie unter anderem an die Instrumentenwerkstatt, bei denen die Teilnehmer des Arbeitskreises von der Lebenshilfe regelrecht aufgeblüht seien. „Da fällt am Ende nicht mehr auf, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen arbeiten“, freut sich Bachhofer. Das gebe den Männern und Frauen Selbstbewusstsein.

„Wir sind mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden“, resümiert Bachhofer zum Projekt, das finanziell von der Aktion Mensch und der Lebenshilfe ermöglicht wird. In Zukunft will sie den Fokus eigenen Angaben zufolge stärker auf Nachhaltigkeit legen. „Die jetzt aufgebauten Strukturen sollen noch länger aufrecht erhalten bleiben. Wenn meine Stelle vor Ort dann einmal wegfällt, soll der gute Umfang der Freizeitangebot weiterbestehen“, wünscht sich Bachhofer.

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