Wilhelm Dullweber vor 60 Jahren als Diakon eingesegnet

Viele Wandel erlebt und selbst gestaltet

Zu den Gratulanten zum Diakon-Jubiläum Wilhelm Dullwebers (2.v.l.) gehörten auch Vertreter der Nachtwächtervereinigung.

Levern - Wie viele Hände er am Sonnabend geschüttelt hat, vermochte Wilhelm Dullweber am späten Nachmittag nicht mehr zu sagen. Zu seinem Jubiläum waren weit mehr als 100 Gäste in die Leverner Kirche und ins Gemeindehaus gekommen, um mit ihm diesen besonderen Ehrentag zu feiern. Vor nunmehr 60 Jahren wurde Dullweber als Diakon eingesegnet.

Nach dem feierlichen Gottesdienst mit der Familie, Vertretern aus Kirche, Vereinen, Politik und etlichen Weggefährten in der Leverner Stiftskirche, in der Dr. Rolf Becker, Superintendent in Hannover, predigte, empfing der Jubilar seine Gäste im nahegelegenen Gemeindehaus.

In Hannover hatte Dullweber auch seine Ausbildung absolviert. In den 50er-Jahren wurde er in der „Brüderanstalt“, dem Stephansstift in Hannover-Kirchrode auf den Dienst der christlichen Nächstenliebe vorbereitet. Zunächst aber hatte er als Sohn einer Frotheimer Heuerlingsfamilie den Beruf des Schneiders erlernt. Erst danach zog „Dulli“, wie er von seinen Freunden genannt wird, für fünf Jahre nach Hannover, um einen ganz anderen Weg einzuschlagen.

„Dieser bedeutet für Sie neue Erfahrungen, neues Lernen im Leben des Brüderkonventes als Vorbereitung zum Diakon“, stellte Landrat Dr. Ralf Niermann in seinem Grußwort heraus. Voll und ganz habe sich Dullweber dort auf seine neue Aufgabe eingelassen.

Monika Lösche war sich sicher, dass „Dulli“ mit all seiner Kreativität auch als Schneider erfolgreich gewesen wäre.  - Fotos: Mühlke

Im Stephansstift lernte „Dulli“ auch seine Frau Christine kennen, mit der er vier Söhne, Daniel, Christian, Thomas und Martin hat. Alle waren am Sonnabend mit ihren Familien zum Jubiläum angereist, um gemeinsam mit ihrem Vater dankbar zurückzuschauen.

Nach der Ausbildung als Diakon kehrte Dullweber in den Mühlenkreis zurück, wo er zunächst als Jugendreferent, später an der Berufsschule und schließlich ab 1972 als Pfarrer der Kirchengemeinde Dielingen in Haldem tätig war.

Stets habe sich „Dulli“ weiterentwickelt, sei auch geistig nie stehengeblieben, betonte der Landrat. „In seiner Arbeit für die Gesellschaft und vor allem für die Menschen war der Aspekt der Teilhabe und Inklusion ganz wichtig.“ Die Lebenshilfe Lübbecke sei ein Ergebnis seines Engagements, machte Niermann deutlich und dankte ihm für seinen unermüdlichen Einsatz für alle Menschen, besonders notleidende und benachteiligte.

Christine und Wilhelm Dullweber (sitzend, v.l.) freuten sich über Glückwünsche und Gratulationen zum Jubiläum. Mit dabei waren Helmut Barth, der ehemalige hiesige Superintendent Dr. Rolf Becker und Landrat Dr. Ralf Niermann (v.l.).

Dullweber habe sich dafür eingesetzt, dass Menschen mit Handicap konfirmiert werden konnten, als Inklusion noch gar kein Begriff war, lobte Horst Bohlmann, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Lübbecke. Als Mann der ersten Stunde sei Dullweber dort seit 2015 Ehrenmitglied. Da war es natürlich selbstverständlich, dass die Werkstattkapelle der Lebenshilfe den Nachmittag musikalisch unterstützte.

Grußworte für den liebenswerten 81-Jährigen hatten auch Helmut Barth von der Diakoniegemeinschaft Stephansstift, Ingrid Hölscher vom Leverner Presbyterium, Friedrich Klanke als Kreisheimatpfleger, Vertreter der Nachtwächtervereinigung und des plattdeutschen Arbeitskreises sowie Stemwedes stellvertretende Bürgermeisterin Monika Lösche mitgebracht. Letztere brachte es auf den Punkt: „Leben ist Veränderung. Gerade bei dir, lieber Willi – vom Schneider zum Diakon“, so die Ratsfrau. 

Sie sei sich sicher, dass Dullweber mit seiner Kreativität und seinem großen Einfallsreichtum auch als Schneider erfolgreich gewesen wäre und sicherlich Karl Lagerfeld Konkurrenz gemacht hätte, sagte sie schmunzelnd.

hm

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