Wehdemer sprechen bei Ortsteilgespräch Verkehrsbelastung und Schule an

Viele Fahrzeuge, wenig Unfälle

Da wird es schon mal eng: Auf der Stemweder-Berg-Straße schlängelt sich der lokale und überregionale Verkehr durch Wehdem. Für mehr Sicherheit wünschen sich Bürger eine Geschwindigkeitsreduzierung und eine Querungshilfe für Fußgänger.

Wehdem - Um Wohnen, Leben und Bauen, aber auch Sport und Bildung ging es jetzt beim Ortsteilgespräch mit Bürgermeister Kai Abruszat in Wehdem. Rund 90 Bürger suchten im Saal des Stemweder Hofs den Dialog mit dem Verwaltungschef. Erstes Thema auf der vom Verein „Leben in Wehdem“ erarbeiteten Agenda für den Abend war die hohe Verkehrsbelastung auf der relativ engen Ortsdurchfahrt.

„Das Problem ist nicht neu“, weiß Bürgermeister Kai Abruszat. Bei einer Messung 2015 seien auf der Stemweder-Berg-Straße 1.800 Fahrzeuge pro Richtung und Tag gemessen worden. Trotz der unübersichtlichen Einmündung der Rahdener Straße gebe es kein auffällig hohes Unfallaufkommen. „Wir als Gemeinde haben hier baulich relativ wenig Handlungsspielraum.“ Die Straße sei eine Landesstraße. Um den Bürgersteig als kombinierten Geh- und Radweg zu nutzen, müsste er verbreitert werden. Das ginge nur zu Lasten der Fahrbahnbreite von jetzt 6,50 Metern und sei damit auch keine Lösung.

Stand erneut Rede und Antwort: Das Ortsteilgespräch in Wehdem war jetzt für Bürgermeister Kai Abruszat der zwölfte Dialog vor Ort. Bis auf Twiehausen hat der Verwaltungschef alle Orte besucht. - Fotos: Rohlfing

Ob nicht eine Querungshilfe im Bereich des K+K-Marktes und eine Geschwindigkeitsreduzierung möglich wären, fragten die Bürger. Ersteres sei schon untersucht und wegen der Kurvenlage abgelehnt worden, informierte Kai Abruszat. Auf einer Landstraße sei Tempo 50 in der Regel gesetzt. Er nehme aber beide Anregungen mit. Im Oktober soll erneut der Verkehr gemessen werden. Dabei sollen Anzahl und Art der Fahrzeuge, aber auch die gefahrene Geschwindigkeit in den Blick genommen werden. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für Gespräche mit Straßen NRW dienen.

Beklagt wurde seitens der Bürger auch die mangelnde Polizeipräsenz vor Ort. Dass das subjektive Sicherheitsgefühl beeinträchtigt sei, weil Präsenz fehle, verstehe er. „Polizei im ländlichen Raum ist ein großes, sensibles Thema.“ Es liege allerdings in der Zuständigkeit des Landes NRW. „Ich erhoffe mir vor der Wahl zusätzliche Bewegung in der Sache.“

Erfreulicherweise gestiegen sei die Einwohnerzahl in Wehdem auf 1.735 Menschen Ende 2015, hob der Bürgermeister hervor. Davon profitiere auch der evangelische Kindergarten. Ihn besuchten mit aktuell 55 Mädchen und Jungen so viele Kinder wie schon seit Jahren nicht mehr.

„Wer in Wehdem bauen will, kann das auch“, verweist der Bürgermeister auf das Baugebiet am Wickenkamp. Dort gebe es in der Straße Frickenhake noch 20 Bauplätze. Des Weiteren seien im Ort 14 Baulücken verfügbar, woraus sich bis zu 18 Bauplätze generieren ließen. Für elf Wohngebäude seien in den letzten zweieinhalb Jahren Baugenehmigungen erteilt worden. Das sei ein deutlicher Aufwärtstrend.

„Ich möchte, dass eine Gemeinde mit 14.000 Einwohnern und 6.000 Arbeitsplätzen am Standort eine weiterführende Schule dauerhaft behält“, sagte Kai Abruszat zur Stemweder-Berg-Schule. „Das ist die zentrale Botschaft, die in die Diskussion um die Schulentwicklung gehört.“ Niemand wisse heute, wie die Schullandschaft in zehn bis 15 Jahren aussehen werde. Er fände es jedoch klug, wenn die Landesregierung nicht jedes Jahr am Schulsystem herumdoktern würde. „Eltern brauchen Planungssicherheit. Da ist es nicht gut, immer wieder alles in Frage zu stellen.“ Er sei gespannt, ob auch dieses Thema im Rahmen der Landtagswahl wieder Dynamik bekomme.

SoR

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