Übung von Feuerwehren sowie DRK

Groß-Einsatz: Traktor spießt Polo auf

Der Frontlader eines Traktors hatte sich in die Frontscheibe eines Polos gebohrt. Der vermeindliche Frontalzusammenstoß war Teil einer länderübergreifenden Feuerwehrübung in Haldem. - Foto: Fischer

Stemwede/Lemförde - Ein erschreckendes Bild zeigte sich den Einsatzkräften am Samstagmorgen auf dem Feldweg an der Begräbnisstätte der Schloss-Familie „Von der Horst“ in Haldem. Scheinbar war im Kreuzungsbereich ein Traktor und mit einem VW Polo Coupe frontal zusammengestoßen.

Die Frontladergabel hatte sich in die Windschutzscheibe gebohrt. Die beiden blutüberströmten Insassen waren eingeklemmt. Erst auf den zweiten Blick bemerkten die schnell angerückten Feuerwehrleute aus Haldem und Lemförde, dass es sich lediglich um eine Übung handelte. Die Kreisleitstelle in Minden hatte um 10.19 Uhr per Meldeempfänger die Rettungsschere der Löschgruppe Haldem alarmiert.

Gleichzeitig wurde über die Leitstelle in Diepholz die benachbarte Ortsfeuerwehr Lemförde angefordert, um eine zweite Rettungsschere einsetzen zu können. Seit vielen Jahren wird insbesondere bei Verkehrsunfällen länderübergreifend zusammengearbeitet, um gewährleisten zu können, dass genügend Einsatzkräfte vor Ort sind, die Gerätschaften sinnvoll eingesetzt und schnellere Hilfe geleistet werden kann.

Es dauerte nur wenige Minuten, bis die ersten Feuerwehrfahrzeuge am Unfallort eintrafen. Den Einsatzkräften stellte sich folgende Lage dar: Im Polo waren die Fahrerin und ihr Beifahrer eingeklemmt und mussten medizinisch versorgt werden. Der Fahrer des Schleppers stand unter Schock. Dieses Szenario ausgearbeitet und vorbereitet hatten Andre und Torsten Fischer von der Löschgruppe Haldem. Als Beobachter nahm Uwe Stubbe, Zugführer des ersten Zuges der Stemweder Wehr an der Übung teil. Um ein möglichst reale Einsatzsituation darzustellen, wurde auch die DRK-Bereitschaft aus Stemwede und Rahden mit zwei Krankenwagen unter Leitung von Uwe Altvater mitalarmiert.

An der Unfallstelle in Haldem sprachen die Einsatzleiter der Feuerwehr und des DRK nach Sichtung der Lage das weitere Vorgehen ab und verteilten die Aufgaben. Während die Sanitäter die medizinische Versorgung und Betreuung der beiden eingeklemmten Personen übernahmen, befreiten die Feuerwehrleute sie mit hydraulischem Schneidegerät, Spreizer und Rettungszylinder. 

Zuerst wurde die Fahrertür geöffnet, um einen Zugang zu den Verletzten zu erhalten. Mit großer Vorsicht wurde anschließend die Frontladergabel aus dem Wagen entfernt. Erst dann konnte auch die Beifahrertür entfernt und eine zusätzliche Öffnung über das Dach geschaffen werden, um den Beifahrer mit einem KED-Rettungskorsett zu immobilisieren und aus dem Wagen zu befreien.

Die Rolle der zwei Verletzten hatten Ina Grönemeier, Auszubildende bei der Gemeinde Stemwede, und Dennis Bollhorst von der Jugendfeuerwehr Haldem-Arrenkamp übernommen. Sie waren vor der Übung von Nicole und Kerstin Eberhard vom Jugendrotkreuz geschminkt und mit reichlich Kunstblut versehen worden, sodass die rund 45 angerückten Rettungskräfte zunächst von tatsächlichen Verletzungen ausgingen. Den Traktor hatte Thorsten Geldmeyer aus Haldem zur Verfügung gestellt.

Auch wenn es sich nur um eine Übung gehandelt habe, habe sich beim gesamten Einsatz gezeigt, wie routiniert die Helfer mit ihren Aufgaben umgegangen seien, zieht Torsten Fischer ein positives Fazit. Eine permanente Ausbildung und praktische Übungen seien bei der Feuerwehr von besonderer Bedeutung, um sich den technischen Anforderungen zu stellen und im Ernstfall schnell und patientengerecht Hilfe leisten zu können. „Die Übungen tragen zudem dazu bei, die Absprache unter den Einsatzkräften zu verbessern und anfallende Fehler zu beheben“, so Fischer.

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