Rainer Wehdebrock setzt Gegenpol zur konventionellen Schweinemast

Tiere und Gäste fühlen sich sauwohl

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Josefin und Hannes sorgten für leckeren Nachschub und brachten Kiepen mit Äpfeln zur Weide – das Leibgericht der Zuchtsauen.

Niedermehnen - In idyllischer Lage, an der Hollweder Straße, züchtet Rainer Wehdebrock seine Schweine wie früher. Seinen 40 Zuchtsauen gönnt er viel frische Luft und jede Menge Auslauf auf den angrenzenden Weiden. „Das ist es, was die Schweine lieben. Es tut ihnen richtig gut – davon profitieren auch die Menschen“, weiß der Landwirt.

Am Sonntag hatte der Bauer auf seinen Hof in Niedermehnen eingeladen und die Besucher konnten sich ein Bild von den Zuchtsauen machen. Große Kiepen mit Äpfeln standen bereit und jeder, der wollte, durfte die intelligenten Borstentiere füttern. „Hier finden die Tiere alles, was das Schweineherz begehrt. Sie suchen auf der Wiese nach Eicheln, Gras, Kräutern oder Beeren“, erklärte Wehdebrock. Aber für einen leckeren Apfel würden sie alles andere stehen lassen, was die Schweine mit wohligen Grunzen und Schmatzen bestätigten. Augenscheinlich fühlten sie sich sauwohl.

Alle Muttersauen und Jährlinge verbringen den größten Teil des Jahres im Freien. „Als Resultat erhalten wir gesunde und stressresistente Ferkel, die während der Mast keine Antibiotika benötigen“, betonte Wehdebrock. Die Wiesen mit einer Gesamtfläche von mehr als einem Hektar bieten den Tieren einen Lebensraum zum Wohlfühlen. „Das ist für uns sehr wichtig, weil wir davon überzeugt sind, dass wir auf diese Weise hochwertige Produkte auf eine natürliche und ökologisch verträgliche Art produzieren“, so der Landwirt. Rund 800 Mastschweine würde er pro Jahr verkaufen – ein kleiner Bestand zwar, aber seine Schweine hätten im Stall mehr Platz, darum habe er viel weniger Schweine als die großen Mastbetriebe. „Es ist schwierig am Markt zu bestehen“, sieht Wehdebrock seine wirtschaftliche Perspektive als Kleinbauer realistisch. Vor sechs Jahren habe er entschieden, Schweine artgerecht zu halten.

Zwei Mal im Jahr würden die Sauen ferkeln, erklärt der Landwirt. „Auf einem warmen Strohpolster“, ergänzt er. Im Gegensatz zu den Mastschweinen steht ihnen ein langes Leben bevor. „Fünf bis sechs Jahre leben die Zuchtsauen hier“, sagt Wehdebrock. Mastschweine hingegen kommen nach etwa einem dreiviertel Jahr zum Schlachter. Das sei auch bei seinen 800 Schweinen so.

In der Landschlachterei Willi Engelke aus Nordel habe er kürzlich einen Partner gefunden, der seine Schweine verwurstet. „Bislang etwa 20 Prozent“, so Wehdebrock. Die Verbraucher müssten etwas tiefer in die Tasche greifen und rund einen halben Euro mehr ausgeben.

Überzeugen durften sich die Gäste des Hofes von dem Geschmack der Niedermehner Schweine. Willi Engelke und dessen Sohn Ralf hatten ein Spanferkel gegrillt und es mit Kartoffelbrei und Sauerkraut serviert. Außerdem gab es am Marktstand der Landschlachterei Produkte vom Schwein zum Mitnehmen.

„Wir essen lieber mal ein Schnitzel weniger und achten mehr auf die Qualität“, sagte Petra Klinger aus Levern, die sich mit ihrem Mann Werner das Spanferkel schmecken ließ. „Wenn man weiß woher das Fleisch kommt, kann man es mit viel mehr Appetit genießen“, findet auch Frank Hille aus Twiehausen.

hm

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