Stemweder Open Air

Tanzen im Konfetti-Regen

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Diese Gruppe aus Rahden genießt die entspannte Atmosphäre auf dem Campingplatz.

Haldem - Von Katharina Schmidt. Das 40. Stemweder Open Air ist vorbei – und wieder einmal haben die mehr als 350 ehrenamtlichen Helfer unter der Regie des Vereins für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) in Stemwede ein beeindruckendes Festival auf die Beine gestellt. Zu Recht stand die zweitägige Veranstaltung, bei laut ersten Schätzungen des JFK pro Tag bis zu 10 .000 Besucher im Ilweder Wäldchen umsonst und draußen feierten, unter dem Motto „Wir machen es umsonst – die ehrenamtlichen Helfer“.

Diese Gruppe aus Rahden genießt die entspannte Atmosphäre auf dem Campingplatz.

Einer der Helfer ist Arnd aus Lübeck. Er sorgt an diesem Wochenende unter anderem dafür, das niemand Glasflaschen mit auf das Gelände nimmt. Seit dem Jahr 2009 ist er im Team. Eine Kommilitonin hatte ihn und weitere Freunde damals überredet, beim Stemweder Open Air zu helfen. Noch heute trifft sich die Gruppe jedes Jahr im Ilweder Wäldchen. „Weil es kuhl“ ist, findet Arnd – auf die Schreibweise „kuhl“ besteht er übrigens, schließlich ist die Kuh das Symbol des Stemweder Open Airs.

Vom Einhorn-Kostüm bis zum Piraten-Outfit

Die Festivalgänger sind für den Einsatz der freiwilligen Helfer dankbar, der das kostenlose Festival erst ermöglicht. Der 25-jährige Timo aus Osnabrück ist seit sechs Jahren Stammgast beim Open Air. „Weil ich es einfach liebe... es ist so schön!“, schwärmt er bei einem Imbiss zwischen Wiesenbühne und Sonnensystem, nippt an einem Bier und ergänzt: „So ungezwungen“. Und tatsächlich: Die Festivalgänger tanzen, als ob niemand zusieht und tragen, was gefällt. So laufen manche im Einhorn-Kostüm herum, andere als Pirat. Auch Männer mit freiem Oberkörper sind kein seltener Anblick. Egal ob jung oder alt – alle feiern gemeinsam. Dabei lassen sie sich auch nicht von einem kurzen, aber heftigen Schauer am späten Samstagnachmittag aufhalten. Sie tanzen einfach im Regen, von unten spritzt Matsch hoch, von oben rieselt Konfetti herab.

Daphne van Groesen, eine quirlige junge Frau aus Holland, ist bereits zum vierten Mal auf dem Open Air. Sie möge das Festival sehr, erzählt sie. In ihre Heimat gebe es nicht so gute Festivals. Zu den besten Momenten in den vergangenen 48 Stunden in Stemwede zählt sie das Jägermeister-Frühstück sowie ein Twister-Spiel auf dem Zeltplatz. Und die Tatsache, dass sie einen neuen Freund gefunden hat.

Stemweder Open Air - Samstag

Stemweder Open Air

Für viele Besucher ein Höhepunkt des Festivals: Der Headliner „Frittenbude“ rockt auf der Waldbühne, das Publikum davor. 

Dieser Freund ist ein Mann aus Detmold. Auf dem Kopf trägt er einen Haarreif mit pinken Flamingos, unter dem Arm einen Schlafsack mit Leoparden-Muster. Auch er ist nicht zum ersten Mal beim Open Air. „Es ist gratis“, nennt er einen Vorteil des Festivals. Events, für die er mehr als einen Hunderter zahlen müsse, seien für ihn derzeit „nicht drin“. Durch „umsonst und draußen“-Festivals könnten auch Menschen mit wenig Geld etwas erleben und dem Alltag entfliehen. Auch auf seiner Facebook-Seite bekommt der JFK positive Resonanz. „Jedes Mal ein wahrer Traum“, „ein Besuch lohnt sich immer“ und „einfach nur geil“, schreiben Besucher dort. Der veranstaltende Verein selbst hat ebenfalls nichts zu meckern. „Wir sind super zufrieden“, meint Wilhelm Lindemann vom JFK.

Headliner war die Band „Frittenbude“. Als letztes Lied vor der Zugabe spielen sie am Samstag ihren Song „Mindestens in 1.000 Jahren“. Die ersten Worte des Refrains lauten: „Das ist Kunst. Mindestens in tausend Jahren!“. Als Kunst kann wohl auch die Leistung der ehrenamtlichen Helfer bezeichnet werden, das Stemweder Open Air seit 40 Jahren zu stemmen.

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