Im Raum für Gemeinde finden Heiratswillige einen würdigen Rahmen für das Fest

Standesamtliche Trauung jetzt auch wieder in Dielingen

Das neue Trauzimmer im Raum für Gemeinde in Dielingen stellten am Montagabend (v.l.) Hartmut Willmann, Marina Felker, Inge Hüsener, Norbert Voigt, Angela Rott, Ewald Sandmöller und Theo Frenzel vor. Bürgermeister Kai Abruszat testete den Stuhl des Standesbeamten und stellte in Aussicht, die Premieren-Trauung zu übernehmen. - Foto: Bokelmann

Dielingen - Von Anika Bokelmann. Wer den Bund fürs Leben eingehen möchte, kann selbst entscheiden, ob er dies vor Gott tun will oder nicht. Aber um eine Zeremonie kommen künftige Verheiratete nicht herum: die standesamtliche Trauung. Diese ist künftig im Raum für Gemeinde in Dielingen möglich. Somit gibt es in Stemwede nun vier, bald sogar fünf Anlaufstellen für Heiratswillige.

Den Anstoß für das Trauzimmer in Dielingen hatte Ortsheimatpfleger Theo Frenzel im Frühjahr beim Ortsteilgespräch gegeben. Zuvor hatte er herausgefunden, dass es in der Verwaltung in Levern keinen Raum dafür gibt. Denn seitdem die Verwaltung 2014 zentralisiert wurde und es diese nur noch in Levern gibt, ist ein Trauzimmer weggefallen. Nun hatten die Bürger den Wunsch vorgetragen, ein Trauzimmer in Dielingen wieder aufleben zu lassen.

„Es hat viele Überlegungen, Gespräche und Diskussionen gegeben“, erinnerte sich Ewald Sandmöller. Der Vorsitzende des Vereins Raum für Gemeinde freut sich, dass es nun doch so schnell ging und am Montagabend eine Erstbegehung gemeinsam mit Bürgermeister Kai Abruszat möglich war. „Schön, dass Ergebnisse aus den Gesprächen so schnell sichtbar sind“, stimmte ihm Abruszat zu, dem es wichtig war, in Dielingen als einem Siedlungsschwerpunkt der Flächengemeinde die Möglichkeit für eine standesamtliche Trauung zu schaffen.

Den bürokratischen Schritt, um sich zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten erklären zu lassen, kann man in der Flächengemeinde derzeit im Leverner und Wehdemer Heimathaus sowie in der Leverner Mühle gehen. Jetzt stellten die Akteure in Dielingen das neue Trauzimmer im Gemeindehaus vor. Dieses unterscheidet sich von den bisherigen Trauzimmern in der Form, dass es nicht mit geschichtsträchtigen Mobiliar umgeben ist.

In dem Raum, in dem rund 30 Gäste Platz finden, sitzen die Eheleute an einem alten dunklen Holztisch dem Standesbeamten gegenüber. Den Tisch hat Inge Hüsener wieder an seinen Ursprungsort zurückgeholt. „Das ist der alte Trautisch aus Dielingen“, erklärte Hüsener bei der Präsentation des Zimmers. Ihre Schwiegereltern hätten ihn einst im Jahr 2004 erworben, dann aber weitergegeben. Jetzt machte sie den rustikalen Tisch bei Bekannten in Holzminden ausfindig, ließ ihn von einem Tischler überarbeiten und verschönern und dann im Raum für Gemeinde aufstellen.

„Einer Trauung durchaus würdig“, urteilte Bürgermeister Abruszat, als er das umgestaltete Zimmer zum ersten Mal sah. Abruszat erklärte den Dielingern: „Es gibt keine rechtlichen Bedingungen zur Einrichtung eines Trauzimmers, aber hier passt einfach alles zusammen.“ Denn neben dem Tisch und einem großen Stuhl für den Standesbeamten und entsprechender Dekoration findet sich ein Bürgermeisterschrank im Trauzimmer, ein Antiquitätsstück, das Inge Hüsener in einem Auktionshaus erworben hat. Dieser enthält neben allen nötigen Unterlagen für die standesamtliche Trauung, durch die eine Ehe am Ende gültig wird, auch Gläser für einen Sektempfang. Dieser könne im Foyer des Gemeindehauses stattfinden, so die Verantwortlichen.

Die Premieren-Trauung in Dielingen will, sofern es sein Terminkalender zulässt, übrigens Bürgermeister Abruszat persönlich vornehmen, versprach der Verwaltungschef. Ab September sollen laut Abruszat auch standesamtliche Trauungen in der Oppenweher Bockwindmühle möglich sein. Paare, die sich in Dielingen das rechtliche Ja-Wort geben möchten, können sich zwecks Terminabsprache an die Vorstandsmitglieder des Raums für Gemeinde wenden. Auch Norbert Gräber von der Gemeindeverwaltung stellt die entsprechenden Kontakte her.

Zahlen und Fakten rund um bisherige Trauungen in Dielingen hatte Marina Felker parat: „Im vergangenen Jahr gab es 14 kirchliche Eheschließungen“, wusste Dielingens Küsterin beizutragen. Auf solch eine Zahl hoffe man nun auch im Trauzimmer, das weiterhin als „Raum Reiningen“ auch für Seminare genutzt werden soll, sofern keine Eheschließung ansteht.

Wer sich selbst ein Bild von dem Trauzimmer machen will, bekommt dazu am Sonntag, 28. August, Gelegenheit. Dann lädt eine Elterninitiative sowie der Raum für Gemeinde und die Dielinger Runde zum Kinderfest ein. Dieses wird zwischen 11 und 18 Uhr auf der Wiese zwischen dem Raum für Gemeinde und dem Feuerwehrgerätehaus abgehalten. Aus dem Erlös soll ein Spielplatz angestoßen werden – genau an dieser Stelle, als Alternative für die in die Jahre gekommenen Spielgeräte am Dielinger Preußenweg.

raumfuergemeinde.dielingen.de

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