Bürgermeister führt Oppenweher Tobias und Vanessa Eilmes in rechtsmäßigen Stand der Ehe

Premieren-Trauung an der Bockwindmühle

Sigrid Lübke und Karl-Heinz Bollmeier (v.l.) gratulierten Pascal und Vanessa Eilmes im Namen der Oppenweher Mühlengruppe. Bürgermeister Kai Abruszat (r.) nahm die erste standesamtliche Trauung an der Oppenweher Bockwindmühle vor. - Foto: Bokelmann

Oppenwehe - Als Vanessa Töbelmann im Frühjahr beim Mahl- und Backtag an der Oppenweher Mühle Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat traf, fragte sie ihn, ob man nicht an der Bockwindmühle heiraten könne. Beim Ortsteilgespräch wenige Wochen später wurde Ähnliches angeregt. Am Samstag kam Vanessa Töbelmann nun erneut zur Mühle und trat in dem dazugehörigen Fachwerkgebäude gemeinsam mit Pascal Eilmes vor Bürgermeister Abruszat. Er erklärte die beiden 24-Jährigen in seiner Funktion als Standesbeamter der Gemeinde Stemwede zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten.

„Liebe und Freundschaft sind wie ein Echo: Sie geben soviel zurück, wie sie erhalten“, zitierte Abruszat den russischen Schriftsteller Alexander Iwanowitsch Herzen während der standesamtlichen Trauung. Die Ehe basiere nun sowohl auf Liebe als auch auf Freundschaft, führte Abruszat dem Paar und den Gästen in dem liebevoll eingerichteten Raum vor Augen.

„Für die Trauung haben Sie sich einen besonderen Ort ausgesucht“, freute sich Abruszat, dass er die Premieren-Vermählung an der Bockwindmühle persönlich vornehmen könne. Sein Dank galt Karl-Heinz Bollmeier und seiner Mühlengruppe, die der „ortsbildprägenden Liegenschaft eine besondere Nutzungsmöglichkeit“ zugeführt hätten. Trauungen an einem außergewöhnlichen Ort scheinen beliebt zu sein: Bollmeier hat schon zwei weitere Termine im September angenommen und weitere Anfragen erhalten, so der Vorsitzende der Oppenweher Mühlengruppe am Rande. Für die Koordination ist Sigrid Lübke als Kassiererin der Mühlengruppe verantwortlich.

Nachdem sich Vanessa Töbelmann aus Wagenfeld und der Oppenweher Pascal Eilmes vor zweieinhalb Jahren in einer Discothek kennengelernt hatten, wurde aus ihrer Partnerschaft nun eine Ehe. Nach der standesamtlichen Trauung, Fotos an der Bockwindmühle und dem Kleiderwechsel, segnete am Nachmittag Pfarrerin Sigrid Mettenbrink das Paar in der Martinikirche ein. Der Zerspanungsmechaniker und die gelernte Steuerfachangestellte leben in Oppenwehe.

„Es ist nicht wirklich die erste Trauung an der Mühle“, verriet Bollmeier nach der Trauung mit einem Augenzwinkern. Denn wenn eine Windmühle neue Flügel bekommt, spreche man ebenfalls von Hochzeit, so der Mühlenvereinsvorsitzende, der sich mit weiteren Ehrenamtlichen für den Erhalt der Bockwindmühle einsetzt. Die einstige Hüffer Mühle ist seit 1873 an ihrem heutigen Standort im Spargeldorf in Betrieb und lockt regelmäßig Besucher zu Aktionstagen, bei denen bei ausreichend Wind die bis heute funktionierenden drei Mahlgänge präsentiert werden.

abo

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