Die Altenstube in Dielingen

Offenes Treffen ohne Altersbegrenzung

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Gemütliche Nachmittage verbringen die Senioren bei der Dielinger Altenstube. Immer dienstags treffen sie sich im Gemeindehaus, singen und lauschen einer Andacht von Pfarrer Michael Beening (l.). Ingeborg Roeder (2.v.l.) und ihre Mitstreiterinnen freuen sich stets über neue Gesichter.

Dielingen - Das Strickzeug kann zu Hause bleiben, denn wenn die Seniorinnen in Dielingen in der Altenstube zusammenkommen, wissen sie ausreichend andere Beschäftigungen und Themen – und haben vor allem auch viel zu erzählen. Einmal in der Woche schließt Ingeborg Roeder den Raum für Gemeinde für das Treffen auf.

Während sie in der Küche noch Kaffee kocht, nehmen die ersten Mitglieder der Altenstube bereits an dem hübsch eingedeckten Tisch Platz. Lisa Wulf macht sich regelmäßig Gedanken über Blumenschmuck und ansprechende Tischdecken und unterstützt Roeder. Auch die Lieder sucht die 83-jährige Dielingerin der Jahreszeit und dem Anlass entsprechend heraus.

Roeder übernimmt gern die Planung für die Treffen. Sie selbst ist seit 1994 dabei, berichtet sie. „Früher waren auch Männer bei der Altenstube“, erinnert sich Roeder. Zu den Anfängen der Altenstube weiß sie auch etwas zu berichten. Ihr zufolge gab es 1975 das erste Treffen für die ältere Bevölkerung. Während sich Pastor Schulte in Dielingen um Angebote für die Senioren bemühte, übernahm Pastor Wilhelm Dullweber dies für Haldem.

In Dielingen hat sich die Altenstube fest etabliert und so kommen die Frauen – zum Stamm gehören laut Roeder 18 Seniorinnen, von denen nur noch vier unter 80 Jahren sind – immer dienstags von 14.30 bis 16.30 Uhr im Raum für Gemeinde zusammen.

Begonnen wird stets mit einer Andacht, bei der sich Pfarrer Michael Beening meistens nach der kirchlichen Losung richtet. Beim jüngsten Treffen in der vergangenen Woche sprach Dielingens Pfarrer dabei in gewohnt lockerer Art mit den Frauen über die Bedeutung der Taufe und der Namensgebung, mit der immer auch Besitzanspruch und Verantwortung verbunden sei.

Bei Kaffee und Kuchen oder aber auch herzhaft belegten Broten, die sich jeder Teilnehmer von zu Hause mitbringt, wird anschließend der neueste Klatsch und Entwicklungen aus dem Ort ausgetauscht. Ingeborg Roeder bereitet für die Besucher der Altenstube stets etwas vor. „Mal habe ich Rätsel dabei, mal reden wir über Sprichwörter und deren Bedeutung“, erzählt Roeder über ihr ehrenamtliches Engagement.

Aber das Gemeindehaus ist nicht alleiniger Schauplatz der Altenstube, wie Ingeborg Roeder sagt. Vor der Sommerpause gibt es jährlich einen Ausflug – dieser führte die Senioren schonmal zur Tortenschmiede am Dümmer, in diesem Jahr gab es ein Grillfest am Gemeindehaus. Hinzu kommt ein Pickert-Essen im Oktober. Solche Ausflüge werden aus der Gemeinschaftskasse bezahlt, die sich dank Spenden stets wieder auffüllt, bedankt sich Roeder für Unterstützung, die sie auch in Form weiterer Helfer wie Marion Lekon bei den Treffen erfährt.

Um das Gedächtnis fit zu halten, spielen die Senioren seit einiger Zeit auch gerne Gesellschaftsspiele wie Mensch-ärgere-dich-nicht und Rummikub. Neue Gesichter sind in der Dielinger Altenstube immer gern gesehen, machen die Frauen klar. „Es gibt keine Altersgrenzen“, betont Ingeborg Roeder. Vielmehr stellt sich die Frage: Ab wann fühlt sich jemand alt? Wer sich einen Eindruck von der Altenstube machen möchte, hat jeden Dienstag Gelegenheit dazu.

 abo

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