Firma Geldmeier feiert 175-jähriges Bestehen

Ein Musterbeispiel des deutschen Mittelstandes

Thomas Brinkmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wittekindshof (rechts) und der stellvertretende Obermeister Wolfgang Schäkel (links) überreichten den goldenen Meisterbrief an Wilhelm Geldmeier (2.v.r.) und eine Urkunde zum 175-jährigen Bestehen des Unternehmens an Jürgen Geldmeier. Gratulationen gab es auch für Ingrid Geldmeier, die ihrem Ehemann bei der Unternehmensführung stets zur Seite stand.  - Foto: Russ

Oppenwehe - Von Melanie Russ. „Außergewöhnlich“ war gestern Mittag im Zusammenhang mit der Familie Geldmeier ein viel gebrauchtes Wort. Der Oppenweher Familienbetrieb feierte bei Meiers Deele gleich zwei besondere Ereignisse: sein 175-jähriges Bestehen und die Verleihung des goldenen Meisterbriefes an Seniorchef Wilhelm Geldmeier.

Als Huf- und Wagenschmiede vermutlich von Johann Heinrich Friedrich Geldmeier gegründet, fand der Familienbetrieb erstmals 1841 Erwähnung in einem „Anschreibebuch“. Es ist damit das älteste noch bestehende Handwerksunternehmen in Oppenwehe.

Immer an Erfordernisse der Zeit angepasst

Als erste Betriebsstätte diente damals ein Heuerlingshaus. 1869 wurde der heutige Standort, die Stätte Nr. 154, erworben. Durch die Irrungen und Wirrungen der Geschichte hat es die Familie Geldmeier, die das Unternehmen inzwischen in der sechsten Generation führt, immer wieder verstanden, sich den Erfordernissen der Zeit anzupassen. Zweimal – während der beiden Weltkriege – stand die Produktion still, zweimal gelang der Neustart.

Das Arbeitsfeld entwickelte sich stets mit den technischen Entwicklungen mit. So gewann in den 1930er-Jahren die Reparatur von Landmaschinen immer mehr an Bedeutung, in den 1950er-Jahren wurden die ersten Traktoren verkauft und repariert, in den 1970er-Jahren erschloss der Betrieb einen weiteren Geschäftszweig als Zulieferer. Seit den 1980er-Jahren ist das Unternehmen hauptsächlich im Bereich des Sondermaschinenbaus tätig. Individuelle Anforderungen der Industrie werden von der Planung bis zum Ersteinsatz umgesetzt. Neben dem klassischen Maschinenbau wird heute auch die elektronische Steuerung der Anlagen im eigenen Haus programmiert. Die Abteilung Landmaschinen wurde 2014 eingestellt.

Bürgermeister Kai Abruszat, der neben Ratsmitgliedern, Geschäftskunden und Freunden zu den Gratulanten gehörte, zollte der Familie angesichts dieser einzigartigen Firmengeschichte großen Respekt. Es sei eine enorme Leistung, sich über so lange Zeit am Markt zu halten und immer wieder durchzustarten und sich zu etablieren. „Die Firma Geldmeier ist ein Musterbeispiel des deutschen Mittelstandes“, lobte er. In Stemwede sei sie ein Leuchtturm, an dem sich viele Unternehmen orientierten.

Im Mittelpunkt stand gestern aber nicht nur der Familienbetrieb, sondern auch der Mann, der die inzwischen weltweite Geschäftsbeziehungen unterhaltende Geldmeier Maschinenbau, Metallbearbeitung und Fördertechnik GmbH in den vergangenen 50 Jahren maßgeblich geprägt hat: Wilhelm Geldmeier.

Betrieb in jungen Jahren übernommen

Der 76-Jährige hatte ab 1955 seine Lehre zum Schmied im elterlichen Betrieb absolviert. Als sein Vater Heinrich 1964 nach langer Krankheit verstarb, musste Sohn Wilhelm früh Verantwortung übernehmen. 1964 legte er seine Prüfung zum Landmaschinenmechanikermeister ab. „Wenn der Vater stirbt, ist es nicht einfach, den Betrieb in jungen Jahren zu halten“, erinnerte sich Wilhelm Geldmeier. Geschafft habe er das nur, weil ihm die Kunden die Treue gehalten hätten. Sein Dank galt neben den Kunden und Mitarbeitern aber auch seiner Ehefrau Ingrid, denn in allen Generationen, so Geldmeier, sei es nie ohne die Unterstützung der Ehefrauen gegangen.

Unter der Leitung Wilhelm Geldmeiers hat sich das Unternehmen mit wachsenden Aufträgen auch personell vergrößert. Aus damals einem Gesellen und einem Lehrling sind heute 25 Mitarbeiter und zwei Auszubildende geworden. 40 Lehrlinge wurden in den vergangenen 50 Jahren zur Gesellenprüfung begleitet. „Das ist eine enorme Ausbildungsleistung“, lobte Thomas Brinkmann, der Geldmeier als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wittekindshof den goldenen Meisterbrief überreichte. Dass der Betrieb über sechs Generationen in Familienhand geblieben sei, zeuge von einem großen Familienzusammenhalt. Das sei etwas ganz besonderes.

Für die künftige Entwicklung des Betriebes ist seit diesem Jahr Wilhelm Geldmeiers Sohn Jürgen als alleiniger Geschäftsführer verantwortlich, der bereits 1993 als Maschinenbaumechanikermeister in das Familienunternehmen einstieg.

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