Bürger wünschen Geschwindigkeitslimit

Mehr in Straßen investieren

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An der Arrenkamper Straße dürfen Autos mit 70 Kilometer pro Stunde fahren – einigen Bewohnern ist das zu schnell. 

Arrenkamp / Westrup - Die Gemeinde Stemwede unterhält ein Verkehrsnetz von insgesamt 650 Straßenkilometern. Diese sind im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens bereits vor vielen Jahren entstanden, die meisten sind als Wirtschaftswege gekennzeichnet, berichtete Bürgermeister Kai Abruszat bei seinen Ortsteilgesprächen in Arrenkamp und Westrup. „Heute werden die Straßen anders genutzt und müssen anderen Herausforderungen standhalten“, so Abruszat, der darauf hinwies, dass die Gemeinde an einem Wirtschaftswegekonzept arbeite – und künftig mehr in die Unterhaltung investieren müsse.

Wenn das Wirtschaftswegekonzept entscheidungsreif sei – dazu sollen Anwohner und Landwirte rechtzeitig informiert und in die Pläne eingebunden werden – werde ein entsprechender Förderantrag bei der Landesregierung gestellt. „Damit bekommen wir rund 80 Prozent der Ausgaben“, meinte Stemwedes Verwaltungschef. Im Herbst wolle sich die Verwaltung dem Thema annehmen.

Doch unabhängig vom Wirtschaftswegekonzept dürfe man den Substanzverzehr auf den Straßen nicht außer Acht lassen. „Wir müssen künftig mehr Geld in die Straßenunterhaltung investieren“, machte Abruszat deutlich und sprach von mindest doppelt bis drei Mal so viel Ausgaben wie bisher. „Bislang ist da zu wenig passiert“, so der Bürgermeister. Dennoch seien die Gemeindestraßen, im Vergleich zu anderen Kommunen, noch in einem akzeptablen Zustand.

Dem Betriebsausschuss will Abruszat in der nächsten Sitzung im September vorschlagen, einen sogenannten Patcher, ein multifuntkionales Fahrzeug für den Straßenbau, anzuschaffen. „Es handelt sich um eine Ersatzbeschaffung“, rechtfertigte der Verwaltungschef die Investition. Im Gegenzug soll ein alter Schlepper aus dem Fuhrpark genommen werden. „Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung sind wir in der Lage, für das Jahr 2017 die Mittel auf den Weg zu bringen“, ergänzte Abruszat.

Wenn der Patcher für den Bauhof da ist, solle eine Kolonne ausschließlich dafür abgestellt werden, die Straßen der Flächengemeinde mit dem Patcher zu kontrollieren und sanieren, „um die Oberflächen fit zu halten“, so Abruszat. Das Fahrzeug sei bereits in Oppenwehe und Wehdem getestet und für gut befunden worden.

In Westrup kam am Donnerstagabend die Frage auf, ob nicht Landwirte, die besonders große Maschinen nutzen, zur Kasse gebeten werden sollten. „Die Landwirtschaft hat in Stemwede eine besondere Bedeutung“, verteidigte Kai Abruszat die Straßennutzung. Zwar sei es ärgerlich, dass es so viel Durchgangsverkehr aus den umliegenden Landkreisen gebe, aber „wir müssen einen fairen Kompromiss finden“. Eine Maut sei für ihn nicht denkbar.

Auch in den Radtourismus müsse künftig mehr investiert werden, meinte Abruszat weiter. „Wir müssen unsere Radwege bewerben und sie zugänglich machen“, führte er aus und meinte, dass mehr Werbung für diesen Bereich auch eine Attraktivitätssteigerung bedeute. Daher sei der Beitritt in einen Tourismusverband geplant.

Im nächsten Monat wolle er zudem mit dem Fachausschuss über Radwegemaßnahmen diskutieren – unter anderem wird es um den Lückenschluss zwischen Westrup und Haldem gehen, verriet der Verwaltungschef den Westrupern. „Der Lückenschluss dient nicht nur der Verkehrssicherheit, sondern auch der gemeindlichen Entwicklung“, führte Abruszat aus. Bei den Gesprächen sollen vor allem alternative Routen besprochen werden.

„Wenn wir auf Entscheidungen und Lösungen des Landesbetriebs warten wollen, dann werden wir erst in fünf Jahren neue Radwege bekommen“, erklärte Stemwedes Bürgermeister, dass er eine schnellere und kostengünstige Variante finden wolle.

Bei dem Dialog in Arrenkamp wurde deutlich, dass sich einige Bewohner der Stemweder Ortschaft Geschwindigkeitsbeschränkungen wünschen. So meinte eine Arrenkamperin, dass die zugelassenen 70 Kilometer pro Stunde an der Arrenkamper Straße zu viel seien und forderte eine Minderung auf 30 Stundenkilometer. „Wir können nicht bestimmte Straßenabschnitte mit Geschwindigkeitsbegrenzungen versehen“, erwiderte der Bürgermeister. Denn sonst würde man Stemwede in eine „Tempo-30-Gemeinde“ verwandeln. Vielmehr bedürfe es eines driftigen Grundes, um einen Erlass zur Begrenzung durchzusetzen.

Für Westrup soll auf Anregung von Kita-Leiterin Stefanie Klepper geprüft werden, ob eine Begrenzung in Höhe der Einrichtung möglich ist. „Ein Schild allein reicht aber nicht“, meinte Kai Abruszat zu dem Thema. „Am Ende müssen auch Kontrollen und Sanktionen bei Verstößen vorgenommen werden.“

Ein Arrenkamper Anwohner wies ferner auf die Seitenränder hin, die aus seiner Sicht nicht ausreichend gemäht würden und dadurch eine Gefahr darstellten. Torsten Bartsch schlug vor, dass weitere Patenschaften vergeben werden könnten, um die Verkehrsinseln im Sinne der Imagepflege aufzuhübschen.

In Westrup besteht der Wunsch, dass die Bauhof-Mitarbeiter auch verstärkt einen Blick auf die Waldwege haben sollen. 

abo

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