Gemeinderat spricht sich für Neubau im Osten Haldems aus

Löschgruppe bekommt Domizil an der Ilweder Straße

Die Entscheidung ist gefallen: Das neue Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppe Haldem-Arrenkamp wird am östlichen Ortsausgang von Haldem gebaut. - Foto: Bokelmann

Haldem - Von Anika Bokelmann. Die Standortfrage ist geklärt: Ab dem Jahr 2019 wird die Löschgruppe Haldem-Arrenkamp der Freiwilligen Feuerwehr Stemwede ihr Domizil in Haldem haben – das neue Feuerwehrgerätehaus für die fusionierte Löschgruppe soll an der Ecke Ilweder Straße / Haldemer Straße errichtet werden. Das hat der Gemeinderat am Dienstagabend bei einer Sondersitzung im Stemweder Hof in Wehdem bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen.

Zwei Standorte standen zur Diskussion: der an der Ilweder Straße und ein alternativer am Schmiedekamp. Marco Quebe (FDP) hatte als Mitglied der Haldemer Löschgruppe vor der Abstimmung erklärt, dass er persönlich für ein Haus am Schmiedekamp unter Einbeziehung der Bestandsgebäude sei. „Die Löschgruppe ist aber durchaus auch bereit, in ein Haus an der Ilweder Straße einzuziehen“, so Quebe.

Den Standort am östlichen Ortsausgang von Haldem hatte der Gemeinderat bei seiner Sitzung im Oktober bereits favorisiert. Allerdings mussten derzeit noch Fragen bezüglich der Zuwegung geklärt werden. Daher hatte die Verwaltung nachgearbeitet und die An- und Abfahrtswege der Einsatzfahrzeuge über die Haldemer Straße als praktikabel eingeschätzt.

Bedenken für den Standort an der Ilweder Straße hatte vor allem das Heilpädagogische Kinderhaus aus Haldem geäußert. Demnach würde das Feuerwehrgerätehaus, in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Gebäude des Kinderhauses, eine enorme Belastung für die Bewohner der Einrichtung darstellen. „Für Traumatisierte ist es schwierig, wenn dort die Einsatzfahrzeuge mit Sirenenalarm starten“, merkte Hermann Gesenhues (Grüne) in der Sondersitzung an.

An der Straße Schmiedekamp, rückwärtig zum derzeitigen Feuerwehrgerätehaus der Haldemer Löschgruppe, gebe es diese Schwierigkeiten nicht, fügte Gesenhues hinzu. Hans-Henning Köchy (CDU) wusste zudem, dass die Nachbarschaft am Schmiedekamp die Planungsvariante akzeptieren werde. „An der Ilweder Straße hat es bislang noch keine abschließende Abstimmung mit den Nachbarn gegeben“, kritisierte Köchy, der sich in einem ausführlichen Wortbeitrag für ein gemeinsames Feuerwehrgerätehaus am Schmiedekamp aussprach.

„Bei rund 45 Einsätzen jährlich sehe ich keine große Belastung“, erwiderte Wolfgang Fricke (FDP) auf die Einwände des Heilpädagogischen Kinderhauses. Wilhelm Riesmeier (SPD) meinte, dass die Nachbarn sogar die Scheu vor den Feuerwehrfahrzeugen verlieren könnten, wenn sie damit konfrontiert werden.

Als Argument gegen den alternativen Standort führte Köchy weiterhin die Hanglage an. Durch die Höhendifferenz entständen nicht nur ein höherer technischer Aufwand beim Bau, sondern auch Mehrkosten, so Köchy. „Spielt denn Geld in der Politik gar keine Rolle?“, fragte der Christdemokrat und führte Ratsmitgliedern und Gästen, darunter Mitglieder der Stemweder Löschgruppen, vor Augen, dass seine Wunschlösung eine Kostenersparnis von 170 000 Euro bedeute. „Die guten Ziele bleiben schon am Anfang auf der Strecke“, so Köchy mit Blick auf die Neubauten als Pilotprojekt, die aus einem Guss kostengünstig gebaut werden sollen.

Für Andreas Weingärtner (CDU) stand bei der Abstimmung im Vordergrund, dass „die Löschgruppe nicht in alten Häusern untergebracht wird“. Daher wünschte er sich den Neubau an der Ilweder Straße, denn am Schmiedekamp werde mit großer Wahrscheinlichkeit das bestehende Gerätehaus einbezogen, um eine zweigeschossige Bauweise zu vermeiden, so der Fraktionsvorsitzende der CDU.

Während sich die Christdemokraten sowie die Fraktionen von SPD, FWG und FDP mehrheitlich für den Neubau an der Ilweder Straße aussprachen, hätten die Grünen und einige vereinzelte Ratsmitglieder der anderen Parteien die Variante am Schmiedekamp – unter Einbeziehung der Bestandsgebäude – bevorzugt. Für Hans-Henning Köchy spielte dabei auch die Jugendarbeit eine wichtige Rolle. „Mit dem Standort Schmiedekamp wäre die erfolgreiche Geschichte der Jugendfeuerwehr Stemwede gesichert“, meinte das Ratsmitglied. Köchy rief dazu auf, „Flagge zu den vollmundigen Versprechungen zu zeigen“.

Für Bürgermeister Kai Abruszat steht nach der Entscheidung über den Standort fest: „Wir werden das Projekt fortführen und die Feuerwehr weiter am Prozess beteiligen.“ Seitens der Verwaltung sei vorgesehen, in den künftigen Sitzungen des Rates, des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Betriebsausschusses einen Sachstandsbericht zum Neubau der Feuerwehrgerätehäuser zu geben, so der Verwaltungschef, der die Fraktionen dazu aufforderte, eine Person für die weitere Beteiligung am Verfahren zu bestimmen.

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